Der Heilige Josef – Landespatron der Steiermark


Ist es an Josephus klar, wird es ein gesegnet‘ Jahr! 1
Seit mehr als 250 Jahren gilt der Heilige Josef als Landespatron der Steiermark. Sein Festtag wird am 19. März gefeiert. Als barmherziger Ehemann der Gottesmutter Maria und Ziehvater von Jesus hat der fleißige Zimmermann aus Nazareth eine besondere Bedeutung. Nicht zuletzt wurde er 1870 zum Schutzpatron der gesamten Katholischen Kirche ernannt.
Er ist schon etwas in Vergessenheit geraten, der einst so überaus beliebte Name „Josef", kurz „Pepi", „Seppi", „Seppl", „Beppo" usw. Während er heute in der aktuellen Statistik der Steiermark nicht einmal unter den ersten 30 beliebtesten Bubennamen aufscheint, zählte er in den 1910er bis zu den 1960er Jahren gemeinsam mit Johann und Franz zu den absoluten Top Drei.
Bereits im 15. Jahrhundert erklärte Papst Sixtus IV. den 19. März zum offiziellen Festtag des Heiligen Josef. Mitte des 17. Jahrhunderts wird der Josefstag per Edikt von Kaiser Ferdinand III. zum Feiertag im Herzogtum Steiermark erklärt, welcher später sogar befohlenermaßen „feierlich zu begehen" war. Den letztgültigen Entscheid über Sankt Josef als Landespatron trifft allerdings erst Kaiserin Maria Theresia im Jahr 1771. Zusätzlich bekam Josef 1955 einen zweiten Gedenktag, „Josef, der Arbeiter" am 1. Mai. Heute ist's schon längst vorbei mit arbeitsfrei, lediglich Schulkinder und Lehrpersonal dürfen sich an einem schulfreien Josefitag erfreuen.
Als Vorbild für tiefen Glauben, Demut und Verantwortung obliegen dem heiligen Josef die Patronate für Ehepaare und Familien, Kinder und Jugendliche, Arbeiter, Handwerker und Zimmerleute, Tischler, Erzieher und Sterbende. Diverse Darstellungen zeigen Josef das Christuskind tragend, bei der Geburt Jesu im Stall, auf der Flucht nach Ägypten sowie sterbend in den Armen Jesu und Mariens. Ihm beigegeben sind Attribute wie Zimmermannswerkzeug und die weiße Lilie als Symbol der Keuschheit bzw. Reinheit.
Über die Grenzen geblickt: In Bayern gilt der Josefitag traditionell als Beginn der „Starkbierzeit", weil gerade in der Fastenzeit „das flüssige Brot", seinerzeit vor allem für die Mönche, eine wichtige Festnahrungs-Ersatz-Funktion hatte.
Übrigens, der Heilige Josef ist auch Landespatron der Bundesländer Kärnten, Tirol und Vorarlberg.
Literatur
Jahn, Helmut und Maruna, Harald: Wallfahrtsstätten in der Steiermark. Hier ist die Quelle aller Gnaden. Eisenstadt 2007.
Kretzenbacher, Leopold: Historische Schichten der St.-Josephs-Verehrung in der Steiermark. In: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark 85 (1995), S. 229-280.
Leskoschek, Franz: Die Geschichte der St.-Josef-Verehrung in der Steiermark. In: Blätter für Heimatkunde 22 (1948), S. 90-100.
Wimmer, Otto: Kennzeichen und Attribute der Heiligen. Innsbruck 1993.
Wimmer, Otto und Melzer, Hartmann: Lexikon der Namen und Heiligen. Wien 2002.
Internetquellen
Heiliger Josef: Arbeit, Gerechtigkeit und Bier,
www.katholische-kirche-steiermark.at (Zugriff: 18.02.2026)
Vornamenstatistik-Landesstatistik Steiermark,
www.landesentwicklung.steiermark.at (Zugriff: 18.02.2026)
1 Bauernregel
