Die erste Koffer-Popup-Miniatur-Ausstellung
Die Steiermärkische Landesbibliothek hat im Rahmen eines Universitätslehrgangs ein Pilotprojekt zur Nachlassbearbeitung durchgeführt und eine innovative Ausstellung im Kofferformat entwickelt. Grundlage bildete der Teilnachlass des steirischen Arztes und Schriftstellers Dr. Gustav Hackl (1892-1962), der in Leoben wirkte und sich insbesondere um die Tuberkulose-Früherkennung verdient gemacht hat. Der Nachlass umfasst verschiedene Dokumente wie Manuskripte, Fotos und Korrespondenz.
Im Projekt wurden die Schritte von der Erfassung bis zur digitalen Präsentation standardisiert. Die Ausstellung im Kofferformat ist eine Miniaturversion, die beim Öffnen durch ein Hebesystem aufpoppt. Sie bietet Einblicke in den Nachlass von Dr. Hackl sowie in die Projektarbeit selbst, insbesondere in die angewandte Systematik und Katalogisierung. Die Ausstellung ist somit eine außergewöhnliche und mobile Präsentationsform, die sowohl den Bestandsbildner als auch sein literarisches Werk beleuchtet.



Im Rahmen des Universitätslehrgangs "Library and Information Studies" arbeiteten drei Mitarbeiter:innen der Steiermärkischen Landesbibliothek (LB) nicht nur an einem Pilotprojekt zur standardisierten Nachlassbearbeitung, sondern kreierten auch eine Ausstellung im Koffer-Format.
Den Ausgang der Projektarbeit von Monika Primas, Klaus Bachlinger und Christina Schlemmer bildete der Teilnachlass des Arztes und Schriftstellers Dr. Gustav Hackl (1892-1962). Dieser lebte in Leoben, war Primarius im Stahlwerk Donawitz, reformierte die Tuberkulosefrüherkennung und -behandlung und ließ Fürsorgestationen bauen. Seine ersten schriftstellerischen Versuche unternahm Hackl in der Gymnasial-Schulzeit. Für sein späteres literarisches Wirken erwählte er die sogenannten "Prälatenräume" der nahegelegenen Wallfahrtskirche Maria Freienstein.
Sein nunmehr an der LB befindlicher Nachlass eignete sich aufgrund seines nicht allzu großen Umfangs und der damit einhergehenden Überschaubarkeit sowie seiner Vielfalt in den Dokumententypen sehr gut für das Pilotprojekt. Mehr oder weniger ungeordnet fanden sich in einem jahrzehntealten Koffer Werke, darunter Druckwerke, Manuskripte, Typoskripte, Fotos, Exlibris, Tagebücher, Zeitungsausschnitte, Ausweise, Korrespondenz und diverse Sammlungen.
Dieser "Teilnachlass Gustav Hackl" wurde sodann für einen standardisierten Umgang mit Nachlasswerken innerhalb der LB bearbeitet. Der Prozess erstreckte sich vom Erwerb, Inventarisieren, Systematisieren, Digitalisieren über die formale und inhaltliche Erschließung bis zur digitalen Präsentation.
Für die analoge Präsentation beschritt das Projektteam in Zusammenarbeit mit der LB-Buchbinderei neue Wege und kuratierte die erste "Koffer-Popup-Miniatur-Ausstellung". Diese gibt zum einen den inhaltlichen Einblick in den Nachlass und zum anderen dokumentiert sie die Projektarbeit an sich (Systematisierung nach RNAB[1], Katalogisierung). Beim Öffnen des Koffers poppt die Ausstellung durch ein Hebesystem auf, die Objekte sind in Miniaturansicht dargestellt.
Sehen Sie sich
hier die "Eröffnung" dieser besonderen Ausstellung an!
Die Objektauswahl basiert auf Spezifika des vorliegenden Nachlasses, die zum Bestandsbildner, seinem literarischen Schaffen und dem Ort seines Wirkens Auskunft geben, die Objektbeschriftungen nehmen Bezug auf die Ordnungs- und Signaturen-Systematik.
Kurz zusammengefasst: eine außergewöhnliche "Ausstellung to go"!
[1] Siehe Ressourcenerschließung mit Normdaten in Archiven und Bibliotheken (RNAB), Version 1.1 (Februar 2022): https://d-nb.info/1250862868/34 (abgerufen am 9.9.2025).
