"manuskripte-Archiv" vom Land Steiermark angekauft

LR Barbara Eibinger-Miedl, Andreas Unterweger und LR Christopher Drexler (v.l.) bei der Übergabe des manuskripte-Archivs
LR Barbara Eibinger-Miedl, Andreas Unterweger und LR Christopher Drexler (v.l.) bei der Übergabe des manuskripte-Archivs© Land Steiermark/Streibl

In den Räumlichkeiten der Literaturzeitschrift „manuskripte" im Palais Attems fand die offizielle Übergabe des manuskripte-Archivs an das Land Steiermark statt. Der Kaufvertrag zwischen den „manuskripten" und dem Land Steiermark wurde noch im Dezember 2020 unterzeichnet, die Materialien wurden nun offiziell an die Steiermärkische Landesbibliothek übergeben.

Gekauft wurde das Archiv vom Wissenschaftsressort des Landes, übernommen und erschlossen wird es von der Steiermärkischen Landesbibliothek, die es in weiterer Folge als Dauerleihgabe an das Franz-Nabl-Institut zur wissenschaftlich-literarischen Forschung übergibt. Das Archiv umfasst den Zeitraum von 1960 bis 2015. Der Kaufpreis beträgt 110.000 Euro und basiert auf den Schätzungen von zwei unabhängigen Gutachten.

Wissenschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl und Kulturlandesrat Christopher Drexler, in dessen Verantwortung die Landesbibliothek ressortiert, übernahmen weitere Ordner von manuskripte-Herausgeber Andreas Unterweger. Mit diesem Ankauf konnte das Archiv einer der wichtigsten Literaturzeitschriften Österreichs für die Steiermark erhalten und im Besitz des Landes Steiermark bleiben. 

Andreas Unterweger hat für die Sonderausgabe „Wie es mit der Literatur weitergeht. 60 Jahre Literaturzeitschrift manuskripte" folgende Marginalie verfasst: 
„Eher als Aufbruch denn als Abschied, ist der Verkauf unseres Archivs an das Land Steiermark zu verstehen, dessen Konditionen Alfred Kolleritsch und ich noch gemeinsam verhandelt hatten. Den Vertrag musste ich nun freilich allein unterschreiben. Die uns so vertraut gewordenen alten Ordner (359 Gebinde an Korrespondenz, Manuskripten, Zeitdokumenten und anderem mehr ab 1960) werden nun aus den Hinterzimmern der Redaktion in die Steiermärkische Landesbibliothek und danach, als Dauerleihgabe, ins Franz-Nabl-Institut übersiedeln. Es ist ein kostbares Erbe, das wir im Sinne einer optimalen Aufbewahrung und wissenschaftlichen Bearbeitung gerne aus der Hand geben. Gleichzeitig wird dringend benötigter Platz für Neues geschaffen. Das Geld, das der Literaturverein ,manuskripte‘ durch diesen Verkauf einnimmt, wird nicht in unser Tagesgeschäft, sondern in die Unterstützung förderungswürdiger literarischer und literaturwissenschaftlicher Projekte fließen. Schon jetzt aber wollen wir dem Land Steiermark und allen Beteiligten herzlich für die so angenehme Zusammenarbeit danken!"

Wissenschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl:
„Es war uns wichtig, dass dieses für die Literaturgeschichte so bedeutende Archiv in der Steiermark verbleibt und hier wissenschaftlich aufgearbeitet wird. Durch die hervorragende Kooperation zwischen dem Wissenschaftsressort des Landes, der steirischen Landesbibliothek und dem Franz-Nabl-Institut konnten wir dies nun sicherstellen."

Kulturlandesrat Christopher Drexler:
„Dieses Archiv ist das Vermächtnis Alfred Kolleritschs. Texte, die an ihn gesendet und für veröffentlichungswürdig befunden worden sind, sowie die entsprechende Korrespondenz dazu. Damit konnte für die Landesbibliothek, einer Institution der Wissenschaft und der Kultur, seit Langem wieder ein wertvoller Bestand erworben werden."

Katharina Kocher-Lichem, Leiterin der Landesbibliothek:
„Das wertvolle und umfangreiche manuskripte-Archiv besteht aus 359 Gebinden. Diese zügig aufzubereiten ist eine große Herausforderung, die wir an der Bibliothek aber mit Freude annehmen. Die ersten zehn Jahre bis 1970 werden konzentriert und umgehend aufbereitet, damit sie in einem halben Jahr an das Franz-Nabl-Institut zur Forschung übergeben werden können. Ich freue mich auch über diese institutionenübergreifende Kooperation."

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