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"1913 - Der Sommer des Jahrhunderts" von Florian Illies

Patrick Schnabl © steiermark.at/streibl
Patrick Schnabl© steiermark.at/streibl

Patrick Schnabl, Abteilungsleiter der A9 Kultur, Europa, Außenbeziehungen, stellt eines seiner Lieblingsbücher vor: „1913 Der Sommer des Jahrhunderts". Das Buch kann gerne in der Steiermärkischen Landesbibliothek ausgeborgt werden.

Wir schreiben das Jahr 1913, es ist das letzte Jahr des Friedens vor der wohl größten Katastrophe des 20.Jahrhunderts: In Wien in der Berggasse 19 sitzt Sigmund Freud und überlegt sich, wie er mit dem psychoanalytischen Bruch mit C. G. Jung umgehen soll. Gleichzeitig versucht Franz Kafka seiner angebeteten Felice Bauer in einem Brief sehr kompliziert einen Heiratsantrag zu machen. Hermann Hesse lebt in Bern unglücklich mit seiner Frau. Oskar Kokoschka will um alles in der Welt die verwitwete Alma Mahler für sich gewinnen. Rainer Maria Rilke flieht vor dem Winter nach Spanien. Die Mona Lisa ist aus dem Louvre verschwunden. Hauptschauplätze sind die schicksten Städte dieser Zeit: Berlin, Paris, München und Wien.

Es ist ein großartiges Bild von diesem Jahr, in dem der Autor Florian Illies das Tun sämtlicher Intellektueller, Künstler, Politiker, Herrscher, Philosophen quer durch Europa skizziert. Illies war lange Zeit Feuilletonredakteur und -chef namhafter deutscher Zeitungen und schreibt unterhaltsame Sachbücher, die Geschichten erzählen. Schon in seinem ersten Buch „Generation Golf", erschienen 2000, spiegelt er mit einem notwendigen Augenzwinkern das Leben der 30-Jährigen wider.

In 1913 verwebt Illies Fiktion und Fakten so geschickt, dass er es dem Leser und seiner Phantasie überlässt zu glauben oder nicht zu glauben. So etwa begegnen sich Josef Stalin und Adolf Hitler - der eine schreibt an seinem Aufsatz „Der Marxismus und die nationale Frage" und der andere verbringt seine Zeit als gescheiterter Maler in einem Männerwohnheim - bei einem ihrer Spaziergänge durch den Schönbrunner Park an einem Jänner Nachmittag flüchtig, vielleicht. Das ist nur ein kleines historisches Mosaik eines ganzen fulminanten bunten Jahres, das Illies Monat für Monat festhält. Und weil bei jedem Mal lesen, sich neue Details und neue Gedankenwelten über 1913 eröffnen, liegt das Buch nun zum dritten Mal auf dem Nachtkasterl.

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