Landesbibliothek goes BiblioCon
Von Graz nach Berlin und zurück

Zum ersten Mal war die Steiermärkische Landesbibliothek auf der BiblioCon vertreten. Patrick Novak und Abigail Kleedorfer hielten dort einen Vortrag über die große Neustrukturierung des Freihandbereichs im vergangenen August. Im Interview erzählen die beiden von ihren Erlebnissen in Berlin und warum sich die Reise gelohnt hat.
Für alle, die den Begriff zum ersten Mal hören: Was ist die BiblioCon eigentlich?
Patrick: Die BiblioCon ist der größte Bibliothekskongress im deutschsprachigen Raum mit mehreren tausend Teilnehmenden. Dieses Jahr fand sie vom 19. bis 22. Mai in Berlin statt, unter dem Motto „Analog trifft Algorithmus". Vier Tage lang drehte sich dort alles um die Frage, wie sich Bibliotheken weiterentwickeln können und werden.
Ihr habt ja selbst einen Vortrag gehalten. Zu welchem Thema?
Abigail: Wir haben unser großes Projekt vom letzten Sommer vorgestellt. Im August 2025 haben wir den Freihandbereich komplett neu aufgestellt. Knapp 30.000 Bücher wurden einer neuen Ordnung unterzogen und neu sortiert. Kein einziges Buch blieb an seinem alten Platz. Unser Ziel war es, die Aufstellung so zu gestalten, dass unsere Besucherinnen und Besucher intuitiv finden, was sie suchen. Weil das auch für andere Bibliotheken spannend ist, wollten wir dieses Projekt auf der BiblioCon vorstellen und zeigen, wie man ein solches Projekt plant, organisiert und umsetzt.
Wie habt ihr euren Moment auf der Bühne erlebt und wie reagierte das Publikum?
Patrick: Unsere Aufregung war riesig! Es war unser erster Vortrag auf einer Tagung dieser Größe. Und dann erwischten wir auch noch den größten Saal, in dem zusätzlich live gestreamt wurde. Unsere Präsentation fand am Mittwoch erst um 17 Uhr statt, also kurz vor Feierabend. Wir wollten die Teilnehmenden nicht mit trockenen Statistiken einschläfern, sondern setzten auf viele Bilder und eine Prise Humor. Das kam richtig gut an.
Eine solche Tagung bringt viele neue Eindrücke. Was habt ihr dort erlebt?
Abigail: Viele Bibliotheken kämpfen mit ähnlichen Problemen. Genau das macht einen solchen Kongress wertvoll. Man knüpft Kontakte, tauscht Erfahrungen aus und merkt schnell, dass man gemeinsam weiterkommt. Das Programm war übrigens enorm dicht. Zeitweise liefen bis zu 25 Vorträge parallel, da fiel die Auswahl wirklich schwer. Wir haben versucht, möglichst breit reinzuschnuppern: von Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung über Strategie und Organisation bis hin zu Personalmanagement und Angebote für Kinder und Jugendliche.
Was habt ihr für die Landesbibliothek mitnehmen können?
Patrick: Wir sind mit jeder Menge Ideen zurückgekommen, von denen wir einige am liebsten sofort umsetzen würden. Manches davon fließt ganz konkret in unser aktuelles Projekt ein: die Neustrukturierung des Kinder- und Jugendbereichs. Insofern war Berlin nicht nur ein Rückblick auf bereits Erreichtes, sondern vor allem ein Anstoß für Neues.
