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„Wie selten haben wir uns gesehen …“

Der Briefwechsel Peter Rosegger – Franz Defregger

Susanne Eichtinger, Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Angelika Irgens-Defregger und Bibliotheksleiterin Katharina Kocher-Lichem © LB
Susanne Eichtinger, Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Angelika Irgens-Defregger und Bibliotheksleiterin Katharina Kocher-Lichem
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Die beiden Autorinnen Susanne Eichtinger und Angelika Irgens-Defregger mit Landesrätin Eibinger-Miedl © LB
Die beiden Autorinnen Susanne Eichtinger und Angelika Irgens-Defregger mit Landesrätin Eibinger-Miedl
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Die aktuellste Publikation der Landesbibliothek © LB
Die aktuellste Publikation der Landesbibliothek
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Unter diesem Titel präsentierte die Steiermärkische Landesbibliothek die Brieffreundschaft zwischen dem steirischen Schriftsteller Peter Rosegger und dem Münchner Maler Franz Defregger in Buchform.

Der 3. April 1876 war der Beginn einer besonderen Brieffreundschaft, die sich über mehr als vier Jahrzehnte erstrecken sollte. An jenem Tag nahm der Grazer Schriftsteller Peter Rosegger mit dem Münchner Maler Franz Defregger Kontakt auf:

„Ihre Bilder, hochgeehrter Herr, begeistern mich in solchem Maße, das ich vorhabe, zu jedem derselben mir Dorfgeschichten zu schreiben."

Was antwortete der Geschichtenmaler dem Bilderzähler? Wurde Roseggers Buchprojekt realisiert? Diesen und vielen anderen spannenden Fragen wurde nachgespürt und eine kommentierte Briefausgabe mit reichlich Bildmaterial erarbeitet. Letztlich konnte eine Brieffreundschaft rekonstruiert werden, wie sie nun im wahrsten Sinne des Wortes im Buche steht.


„Nach der Vorstellung der digitalen Plattform RaraBib setzt die Steiermärkische Landesbibliothek im großen Rosegger-Jubiläumsjahr ein weiteres wissenschaftliches Zeichen. Der nun erstmals dokumentierte Briefwechsel von Peter Rosegger mit Franz Defregger ist ein beeindruckendes Zeugnis der Zeitgeschichte", erklärt Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl.


Der Nachlass des steirischen Dichters Peter Rosegger befindet sich seit 1932 in der Steiermärkischen Landesbibliothek. Seit beinahe 90 Jahren wird daran geforscht, und Jubiläumsjahre wie 2018 sind Anlässe, genauer hinzusehen und größere Schritte in der Nachlassbearbeitung zu tun. Daher wurden bereits heuer im Februar auf „RaraBib", dem digitalen Präsentationsportal der Landesbibliothek, 1.116 Briefe von 250 Korrespondenzpartnern erstmals online zugänglich gemacht. Peter Rosegger war ein Vielschreiber: Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit und der Herausgabe seiner Zeitschrift „Heimgarten" hat er im Laufe seines Lebens mit über 1.000 (!) Partnern korrespondiert. Auf Externe Verknüpfung „RaraBib" (www.landesbibliothek.steiermark.at) kann man sich bereits durch viele Briefe und Dokumente klicken.

 

Roseggers Briefe an die vielen Korrespondenzpartner sind meist nicht vorhanden. Hier spielen oft Zufälle eine Rolle: Die Journalistin Angelika Irgens-Defregger hat Roseggers Briefe im Hause Defregger in München gefunden und ist in der Landesbibliothek bei der Suche nach den Briefen Defreggers fündig geworden. Dieser Briefwechsel umspannt die Zeit von 1876 bis 1917, bis etwa ein Jahr vor dem Tod Peter Roseggers. Man erfährt Privates, Tragisches zu den Kindern und Ehefrauen, aber auch von beruflichen Erfolgen der Söhne, nimmt teil am wachsenden Wohlstand der beiden, die sich Feriendomizile bauen lassen, und wird mit gesellschaftlichen Veränderungen konfrontiert. Das Bauernsterben beschäftigt beide aufgrund ihrer bäuerlichen Herkunft nachhaltig. Sie schicken einander zudem ihre jeweiligen Werke und bringen ein gemeinsames Buch mit Rosegger'schen Geschichten zu den Genrebildern Defreggers heraus.

 

„Obwohl sie sich nur vier Mal persönlich begegnet waren, hielt die Brieffreundschaft von Peter Rosegger und Franz Defregger mehr als vier Jahrzehnte lang", stellt Katharina Kocher-Lichem, Leiterin der LB, fest. „Ich freue mich, dass mit diesem Band eine weitere, interessante Facette des großen steirischen Dichters, von dem wir schon alles zu wissen glauben, präsentiert werden kann."

 

Mit der vorliegenden Publikation eröffnen die beiden Herausgeberinnen, Susanne Eichtinger von der Landesbibliothek und Angelika Irgens-Defregger, den Leserinnen und Lesern die Welt der beiden Künstler.

 

Im Rosegger-Jubiläumsjahr 2018 (175. Geburtstag/100. Todestag) veröffentlicht die Steiermärkische Landesbibliothek in ihrer eigenen Schriftenreihe (Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek) somit den 42. Band. Das Werk ist im gut sortierten Buchhandel und direkt in der Steiermärkischen Landesbibliothek zum Preis von 25.- Euro erhältlich.

 

Susanne Eichtinger, geboren 1957 in Graz, Österreich. Seit 1989 an der Steiermärkischen Landesbibliothek tätig, seit vielen Jahren im Bereich Sondersammlungen/Altes Buch. Erste Arbeit am Nachlass Peter Rosegger war die Transkription der Bildtexte seiner Jugendschriften anlässlich der steirischen Landesausstellung 1993. Mitarbeit beim Katalog Kunst des Faksimiles, Ausstellung und Katalog Hannes Lambauer, Graz 1997. Verfasserin einiger Artikel für die Homepage der Steiermärkischen Landesbibliothek: Beten für besseres Wetter - zu viel Schnee in Graz, Der Garten des Joanneums, Wladimir Zagorodnikow: Maler, Grafiker und - Bibliothekar u. a. m., Mitarbeit und Gestaltung von Ausstellungen, z. B. Rosegger - original, 2013, Axl Leskoschek - Glanzlichter der Buchillustration, 2016.

 

Angelika Irgens-Defregger, geb. Pilsak, M.A., geboren 1962 in Berlin, Deutschland. Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Seit 1991 tätig als freie Kulturjournalistin bei verschiedenen Printmedien, wie der Bayerischen Staatszeitung und der Süddeutschen Zeitung.

Verfasserin wissenschaftlicher Veröffentlichungen: Das Gebäude (in: Deutsches Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik), „... schon von Alters her ein beliebter Ausflugsort der Münchner" (in: „Berge von unten, Kirchen von außen, Wirtshäuser von innen! - Wirtshäuser in München um 1900), Ein Münchner Maler aus Tirol. Zum 175. Geburtstag von Franz von Defregger.

2010 kuratierte sie die Studioausstellung in der Galerie Neumeister in München: „Der andere Defregger. Privat. Modern. Unvollendet. Zum 175. Geburtstag von Franz von Defregger".

Rückfragen bei:

Katharina Kocher-Lichem

Katharina.kocher-lichem@stmk.gv.at

0316/877-4601

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