Link zur Startseite

Geschichte der Steiermärkischen Landesbibliothek

Von den Anfängen bis heute

Die Steiermärkische Landesbibliothek heute © Steiermärkische Landesbibliothek
Die Steiermärkische Landesbibliothek heute
© Steiermärkische Landesbibliothek
Steiermärkische Landesbibliothek - Zugangsbereich © Steiermärkische Landesbibliothek
Steiermärkische Landesbibliothek - Zugangsbereich
© Steiermärkische Landesbibliothek
Entlehnung / Auskunft / Service © Steiermärkische Landesbibliothek
Entlehnung / Auskunft / Service
© Steiermärkische Landesbibliothek

1.    ORGANISATION


Die Steiermärkische Landesbibliothek (StLB) ist eine vom Land Steiermark getragene Bildungseinrichtung für alle Bürgerinnen und Bürger des Landes, unabhängig von Alter und Bildungsstand und somit ein modernes Bildungs-, Kultur- und Kommunikationszentrum.

Diese erste, somit älteste1 und größte aller Landesbibliotheken Österreichs sammelt, bewahrt und verwaltet steirisches Kulturerbe. Sie versteht sich als wissenschaftliche Bibliothek mit stark geisteswissenschaftlicher Ausrichtung.

Ein Schwerpunkt liegt in der umfassenden Sammlung, Erhaltung und Erschließung steirischen Schrifttums: Die „Styriaca"-Mediensammlung der StLB bietet eine einzigartige Fülle an Werken über die Steiermark, Werken steirischer Autorinnen und Autoren sowie Publikationen des steirischen Druck- und Verlagswesens. Insgesamt umfasst der Bestand der Bibliothek derzeit mehr als 765.000 Bände und 25.000 digitale Medien.

Die Steiermärkische Landesbibliothek ist heute als ein Referat der Abteilung 9 Kultur, Europa, Außenbeziehungen des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung zugeteilt. Damit ist sie nicht mehr im Verbund mit dem Joanneum (heute Universalmuseum Joanneum), als dessen Leseanstalt sie 1812 eröffnet worden ist. Das Universalmuseum wurde im Jahr 2001 in eine GmbH ausgegliedert, die Bibliothek verblieb beim Land Steiermark. Der Charakter des Joanneums hat sich über die Jahrhunderte von der von Erzherzog Johann universitär angelegten naturwissenschaftlich ausgerichteten Bildungsinstitution weg entwickelt, hin zu einem universellen Museumsbetrieb mit großen naturkundlichen Sammlungen, aber auch bedeutenden Kunstsammlungen und benötigte eine zeitgemäße Rechtsform. Die Bibliothek sollte im Umfeld der Verwaltung verbleiben.

 

Statut

In der 200-jährigen Geschichte der Landesbibliothek hat es mehrere „Richtlinien" gegeben. Am ausführlichsten war die „Instruktion für die Landesbibliothek am landschaftlichen Joanneum in Graz" vom 24. Dezember 1866, die 54 Seiten umfasste und auch „Anordnung und Aufstellung" regelte. Seit 1945 gab es jedenfalls keine gültigen Richtlinien mehr und schon gar keine Gesetzesgrundlage, die den Betrieb des Hauses geregelt oder die Existenz des Hauses vor spontanen Veränderungen geschützt hätten. Seit Februar 2015 besitzt die StLB nun ein Externe Verknüpfung Statut2 und reiht sich auf diese Weise in den Kanon der anderen Landesbibliotheken Österreichs ein. Es ist dies eine Rechtsgrundlage, in der Aufgaben, Organisation und Struktur im Detail geregelt sind und insbesondere die Stellung der Bibliothek als öffentliche wissenschaftliche Universalbibliothek des Landes Steiermark für alle Altersgruppen betont wird. Damit wird auch dem Bedürfnis der Öffentlichkeit nach freiem Zugang zu Literatur und Information Rechnung getragen und der Charakter der StLB mit dem Sammlungsschwerpunkt „Styriaca" sichergestellt.

 

2.    GESCHICHTE

Bereits 1808 hegte Erzherzog Johann die Absicht zur Aufstellung seiner Bibliothek und Sammlungen in Graz und suchte ein dafür passendes Gebäude. Der damalige Gouverneur Franz Joseph Graf von Saurau riet, den Lesliehof in der Raubergasse möglichst rasch zu erwerben, da der Fürstbischof von Seckau Interesse an diesem Haus habe. Am 31.Jänner 1809 erklärte Erzherzog Johann seinem Bruder, Kaiser Franz I., seinen Plan, seine Sammlungen aus Schönbrunn nach Graz zu verlegen und sie nach seinem Tod der Steiermark zu überlassen. Die steirischen Stände sollten die Personalkosten tragen und ein Gebäude dafür zur Verfügung stellen. Durch die Kriegswirren 1809 verzögerte sich das Vorhaben. Am 22. Jänner 1811 gab der Kaiser den Ständen die Erlaubnis zum Kauf des Lesliehofes von der Familie Dietrichstein.3

Auf der Grundlage seiner reichen musealen Privatsammlungen wollte der Erzherzog eine naturwissenschaftlich-technische und eine landeskundliche Sammel-, Forschungs- und Lehranstalt einrichten. Am 26. November 1811 wurde den Herren des Landtages in einer festlichen Sitzung die vom Erzherzog am 16. Juli unterschriebene Stiftungsurkunde für das „Innerösterreichische Nationalmuseum", das bald den Namen „Joanneum" erhielt, überreicht.
 
Die Schenkung und Widmung des Erzherzogs umfasste auch eine großzügige Bücher- und Zeitschriftenspende (ca. 30.000 Exemplare), den Grundstock für die „Lese-Anstalt", die am 1. Jänner 1812 eröffnet wurde.

Die erste Lesesaalordnung enthält einige Passagen, die aus heutiger Sicht belustigend wirken, wie: „Zänkereien und störender Wortwechsel können die Abweisung der Unruhigen nach sich ziehen" oder „Hunde dürfen nicht mitgenommen werden, und es darf nicht Tabak geraucht werden". Erzherzog Johann legte Wert darauf, dass als Lesestoff „keine Romane, Flugschriften, Schmähschriften usw. und nichts aus dem Heere der gehaltlosen Schriften" dienten und gab Weisung einer strengen, fast militärischen Ordnung in den Lesezimmern. Neben dem hohen Niveau der Geistigkeit, kam auch die „Freigeistigkeit" nicht zu kurz. Diese fand unter anderem ihren Ausdruck im Abonnement von 16 polizeilich verbotenen ausländischen Zeitungen (ab 1839). Die Öffnungszeiten waren zur Gänze auf die Freizeit der Beamten, Studenten und Geschäftsleute ausgelegt; die Anstalt war unter der Woche von 7 bis 9 Uhr und von 17 bis 19 (im Winter bis 20 Uhr) geöffnet sowie an Sonn- und Feiertagen von 15 bis 18 Uhr.4 Ab 1812 fanden im Joanneum regelmäßig öffentliche Vorlesungen über Mineralogie, Botanik, Chemie, Astronomie und Technologie statt. Diese Vorlesungen nahmen mit den Jahren zu und wurden teilweise in die obligaten Lehrpläne anderer Studienanstalten (z.B. des Lyzeums, der Universität) eingebaut.

Der erste Betreuer der Bibliothek war Redakteur der „Grätzer Zeitung", der Dichter und Maler Ignaz Kollmann. Er besorgte die damals noch bescheidene Katalogisierung und in Zusammenarbeit mit dem erzherzoglichen Sekretär Johann Nepomuk Gebhard und dem Professor für Mineralogie, Friedrich Mohs, die Buchausgabe und Leseraufsicht. Ab 1821 war er zusätzlich zu diesen Aufgaben mit der Redaktion der „Steiermärkischen Zeitschrift", der Vorläuferin der „Mitteilungen des Historischen Vereins für Steiermark", betraut.

1822 wurde der Scriptor Johann Krausler für die Joanneumsbibliothek verpflichtet, „der bey dem großen Bedürfnisse nach einem neuen Cataloge in seinen Freystunden geräuschlos wohlthätig wirkend, für die Joanneumsbibliothek, ohne den Gebrauch derselben auch nur eine Stunde zu unterbrechen, einen so musterhaft vollständigen alphabetischen Catalog in acht Foliobänden bearbeitete, dergleichen sich bis jetzt nur äusserst wenige Bibliotheken zu erfreuen haben; ein Werk, eines vortrefflichen Bibliothekars würdig". Johann Krausler gilt auch im bibliothekarischen Sinn als Gründer der Styriaca-Sammlung.5

Am 3. Jänner 1820 erfolgte die Gründung eines Lesevereins. Obwohl der monatliche Mitgliedsbeitrag mit drei Gulden als ziemlich hoch zu bezeichnen war, betrug die Zahl der Mitglieder schon bei der Vereinsgründung 171 und erreichte 1834 mit 304 Mitgliedern ihren Höchststand. Für weibliche Leser wurde folgende Bestimmung in das Statut aufgenommen: „Damen, welche für ihre Person an der Lektüre der Zeitschriften teilnehmen wollen, können dies durch Stellvertretung eines Herrn, indem sie dieselben unter seinem Namen und unter den für alle Mitgliedern festgesetzten Bedingungen entlehnen." Leider vermochte der Leseverein gegen Ende der Biedermeierzeit dem Konkurrenzdruck von Geselligkeitsvereinen mit Lesegelegenheiten nicht mehr standzuhalten und löste sich schließlich am 18. August 1871 auf.

Mit der Amtseinführung Franz Mitterbachers (1854-1878) trat der erste hauptamtlich ernannte Bibliothekar, ausgewählt aus sieben Bewerbern, sein Amt an. Er ordnete die erste Bücherrevision an, sonderte Dubletten aus, erfasste alle Incompleta sowie Defecta und führte eine Stempelung ein. Der Übergang zur Gasbeleuchtung 1860 führte binnen eines Jahres zur Verdoppelung der Leserzahlen. Die Universalbibliothek nahm immer mehr den Charakter einer Hochschulbibliothek an. Anlass dafür war die 1847 erfolgte staatliche Anerkennung der „Technischen Lehranstalt am Joanneum" und die 1865 erfolgte Erhebung in den Rang einer Technischen Hochschule. Dies führte zu einer Spezialisierung auf diesen Gebieten, da die Buchdotation des Landes gerade ausreichte, um den Professoren und Studenten die nötigen Fachbücher zu beschaffen.

Als 1874 die Technische Hochschule samt Lehrmittelbestand und Lehrmitteldotierung vom Staat übernommen wurde, war die seit Jahrzehnten ohne ausreichenden Bücherzuwachs gebliebene Universalbibliothek so veraltet, dass maßgebliche Persönlichkeiten der Landesregierung erwogen, die Stiftung kurzerhand aufzulassen und die gesamten Buch- und Zeitschriftenbestände von 80.000 Bänden an die Universitätsbibliothek abzugeben.

1881 hatte der verstorbene Franz Ritter v. Heintl, Gutsbesitzer, Universitätsprofessor und Schriftsteller seine zahlreiche Wissensgebiete umfassende Privatbibliothek von rund 23.000 Bänden und Heften der Bibliothek vermacht. Hans v. Zwiedeneck-Südenhorst, der 1880 mit der provisorischen Leitung der Bibliothek betraut worden war, konnte dadurch mit einem Schlag das Ansehen der Joanneums-Bibliothek wiederherstellen. Fortan war nicht nur der Weiterbestand der Einrichtung gesichert, sondern auch die Umwandlung in eine „Landesbibliothek" vollzogen. Aus Anlass des Jubiläums der 600-jährigen Regierung des Hauses Habsburg setzte Zwiedeneck 1883 einen Neubau durch, der die Einrichtung von drei Lese-, zugleich Vortrags- und Ausstellungssälen ermöglichte, mit elektrischer Beleuchtung, Zentralheizung, Telefonanschluss und einem Bücheraufzug. Eine organisatorische Neuerung war die Aufstellung der Bücher nach Numerus currens, nur die Werke über die Steiermark blieben weiterhin systematisch aufgestellt. Zudem versandte die Bibliothek an alle steirischen Schulleiter Rundschreiben und gedruckte Kataloge mit Neuerwerbungen. Um die Jahrhundertwende gingen gegen eine Packgebühr regelmäßige Postsendungen in 239 steirische Orte. Die Verbindung einer wissenschaftlichen mit einer Volksbibliothek wurde dadurch gelöst. 1895 bewilligte der Landtag der Bibliothek einen Personalstand von neun Personen: ein Bibliothekar, zwei Skriptoren, zwei Amanuenses (Sekretär oder Schreibgehilfen eines Gelehrten), einen Hilfsbeamten und zwei Amtsdiener. Zwiedeneck, selbst namhafter Historiker, war unter anderem der Meinung, dass Bibliothekare neben ihren verwaltungstechnischen Aufgaben, auch journalistisch und schriftstellerisch bzw. dichterisch tätig sein sollten und unterstützte die Veröffentlichungstätigkeit seiner Mitarbeiter.

Sein Nachfolger, Wilhelm Fischer (1901-1919) förderte besonders die schöne Literatur und gab einen gedruckten Katalog der in der StLB aufliegenden Werke über die Steiermark heraus. Er erhielt den nur einmal verliehenen und nur einmal verleihbaren Titel „Grazer Stadtpoet".

Die Hauptleistungen von Fischers Nachfolger, Karl Wilhelm Gawlowski (1919-1923), lagen auf literaturhistorischem, heimatkundlichem und finanzwissenschaftlichem Gebiet. Weitere Direktoren waren Moritz Rüpschl (1923-1930), Hans Untersweg (1930-1933) und Norbert Stücker (1933-1937). In diese Amtszeiten fiel unter anderem die Übergabe des umfangreichen dichterischen Nachlasses Peter Roseggers als Dauerleihgabe der Familie an die StLB (1932). Im selben Jahr erfolgte die Einrichtung eines Hamerling-Museums sowie eines Roseggerzimmers in der Hamerlinggasse. Da die Räumlichkeiten beider Institute während des Zweiten Weltkriegs von Bomben zerstört wurden, hatte dies 1950 die Liquidierung der Institute zur Folge.

Der Nachfolger Stückers, Julius Franz Schütz (1937-1954), verdient besondere Erwähnung. Unter seiner Aufsicht wurde im Zweiten Weltkrieg ein großer Teil des Buchbestandes der StLB an 19 verschiedene geschützte Orte verlagert und nach Beendigung der Kampfhandlungen wieder heimgeholt. Zudem bewirkte er die Eröffnung der Schriftenreihe „Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek", den Eintausch vieler wertvoller Styriaca von der Grazer Universitätsbibliothek und 1939 den Erwerb der Pädagogischen Zentralbücherei der Stadtgemeinde Graz.

Karl Friedl (1955-1957) und Bruno Binder-Krieglstein (1958-1961) folgten Julius Franz Schütz als Direktoren der StLB nach. Unter die Direktionszeit Berthold Sutters (1962-1967) fällt die Schwerpunktverlagerung auf die Pflege der Geisteswissenschaften. Unter den Direktoren Hans Hegenbarth (1967-1987), Alois Adler (1987-1991), Joseph F. Desput (1991-2003; unter seiner Leitung hielt die EDV Einzug in den Arbeitsalltag der StLB) und Christoph H. Binder (2003-2013), lag der Schwerpunkt auf der Sammlung, Bewahrung und Erschließung des steirischen Schrifttums. Mit Jänner 2014 übernahm Katharina Kocher-Lichem die Leitung der StLB.

 

3.    GEBÄUDE

Der „Lesliehof" im heutigen Joanneumsviertel war bis 1493 im Besitz von Bartlme von Mörsberg und kam durch Heirat an die Freiherren von Rauber. Danach erwarb ihn die hochadelige Familie Windischgrätz. 1592 gehörte der Hof den steiermärkischen Ständen, die ein Konvikt für Besucher einer protestantischen Stiftsschule einrichteten. Im Zuge der Gegenreformation verkaufte die Landschaft das Gebäude an den Regierungsrat und Vizekanzler Gallus Brenner, der es weiter an das Stift St. Lambrecht veräußerte. Der 1665 bis 1674 von Domenico Sciassia für das Benediktinerstift erbaute Hof fiel 1684 wegen Verschuldung an die Familie Leslie und blieb bis 1802 in deren Besitz. Graf Jakob von Leslie kaufte außerdem den bis zum Stadtwall reichenden Garten dazu. 1811 erwarben die Grazer Stände vom Fürsten Johann Karl von Dietrichstein den Lesliehof.6

Am 1. Jänner 1812 wurde die Leseanstalt mit zwei Zimmern im 2. Stock und einer Bibliothek eröffnet. Beide Institutionen, Universalmuseum und Landesbibliothek, befinden sich nach wie vor im Lesliehof, doch bereits 1815 herrschte Platznot. Durch die Verlegung der Zeichenakademie erhielt die Bibliothek im 1. Stock des Joanneums zwei Konversationszimmer zum Garten hin gelegen und drei Zeitschriftenzimmer. Mit dem Vermögen, das Josef Graf von Brigido 1817 der Bibliothek vermacht hatte, konnte 1826 der Zubau zum Lesliehof, der Bibliothekssaal mit Galerien, realisiert werden.7 Durch zahlreiche Schenkungen vergrößerte sich der Bibliotheksbestand beträchtlich. Aus weiterem Platzmangel wurden die Räume, die das Münzen- und Antikenkabinett beherbergten, Teil der Bibliothek. Später verlegte man den Lesesaal und die Arbeitsräume zur Gartenseite hin.

1883 kam es zur Gründung des „Joanneumsvereins", der sich für eine Erweiterung des Museums und der Bibliothek einsetzte. Erste Pläne zur Erweiterung wurden vom Kuratorium begutachtet, der prominente Architekt August Joseph Gunolt bekam den Zuschlag für den Bau des „Kunstgewerbemuseums", heute „Joanneum Neue Galerie", und der Landesbibliothek. 1889 wurde das alte Gebäude abgerissen. Im Jahr darauf begann man mit dem Neubau. Dieser Bau existiert noch heute und beherbergt nach wie vor die Lesesäle und Büroräumlichkeiten.8 Der Zubau wurde dabei so an den vorhandenen Bau angeschlossen, dass in der Kalchberggasse eine gerade Front entstand. Der Lesesaal bekam große, in geringem Abstand geplante Fenster, um einen optimalen Lichteinfall zu gewährleisten. Gunolt schuf bewusst zwei komplett idente Schaufronten, einerseits die Fassade in der Kalchberggasse und andererseits den Museumsbau in der Neutorgasse. Der Einfluss der Wiener Hofmuseen („Kunsthistorisches Museum" und „Naturhistorisches Museum") ist dabei unverkennbar. Das Gebäude der StLB entspricht stilistisch dem Späthistorismus (ca. ab 1880). Charakteristika dafür sind die kubischen Blöcke und Zylinder, die die Fassade bestimmen und den Bau voluminös erscheinen lassen. Über der Rustica-Sockelgliederung im Erdgeschoss erheben sich zwei Stockwerke. Sie wirken leichter als das wuchtige Erdgeschoss. Neben drei Lesesälen, die auch als Ausstellungs- und Vortragssäle Verwendung fanden, war die Einführung der elektrischen Beleuchtung, der Zentralheizung, des Telefonanschlusses und des Bücherlifts zukunftsweisend.

Am 26. November 1893 wurde die StLB feierlich eröffnet. Schon damals fand nicht der gesamte Buchbestand Platz und mehrere Räume des alten Joanneumsgebäudes mussten weiterhin als Magazine genutzt werden. 1932 wurden der Rosegger- und der Hamerlingnachlass ins Gebäude Hamerlinggasse 3 ausgelagert. 1973 errichtete man einen Katalograum mit einer Freihandbücherei im ehemaligen Lapidarium und baute die Büchermagazine in den Obergeschossen aus. Ebenso errichtete man im sogenannten Heintl-Trakt Büroräume. Die Platznot wurde aber von Jahr zu Jahr größer, Außenmagazine entstanden in der Brandhofgasse, später in der Grenadiergasse, in Straßgang und im Magazin des Landesarchivs. Die Mikrofilmstelle befand sich in der Burggasse 9.

 

Die Steiermärkische Landesbibliothek im Joanneumsviertel

2006 beschloss die Steiermärkische Landesregierung einstimmig, die Gebäudekomplexe des Joanneums und der Landesbibliothek einer Neukonzeption zu unterziehen, einen Masterplan umzusetzen, nach dem ein neuer Kulturbezirk, das Joanneumsviertel, entstehen sollte.

„Der Glanz vergangener Tage ist vielleicht noch spürbar, aber die Landesbibliothek und das Joanneum sind in die Jahre gekommen. Menschen eilen an den ehrwürdigen Gemäuern vorbei, und die Stammhäuser, eingepfercht zwischen Durchzugsverkehr in der Neutorgasse und der Enge der Raubergasse, geraten zusehends in Vergessenheit. [...] Viel wird sich ändern bis zum Jubiläumsjahr 2011: das verschlafene, eingerostete Viertel wird aus dem Dornröschenschlaf geweckt. [...] Denn das Joanneum [...] braucht eine neue Mitte. [...] Alt wird mit neu verbunden [...]. Dann sind das Universalmuseum Joanneum, die Steiermärkische Landesbibliothek und auch das Viertel rundherum bereit für das 21. Jahrhundert."9

Bauherr war die Landesimmobiliengesellschaft (LIG), die im Auftrag der Steiermärkischen Landesregierung ein Volumen von 38 Millionen Euro investiert und von 2006 bis zur Eröffnung 2011 diesen Masterplan umgesetzt hat. Aus der internationalen Ausschreibung für das Architekturprojekt „Joanneumsviertel" ging die Arbeitsgemeinschaft bestehend aus den Madrider Architekten Fuensanta Nieto und Enrique Sobejano und dem Grazer Büro der eep architekten (Gerhard Eder, Christian Egger und Bernd Priesching) als Sieger hervor. Sie punkteten mit der Idee, den kleinen Park zwischen den beiden Gebäuden, zum Verbindungselement zu machen, an dieser Stelle zwei Geschoße in die Tiefe zu bauen und die beiden Gebäude mit diesem neuen „Tiefbau" zu verbinden. Im ersten Tiefgeschoß unmittelbar unter dem neuen Platz befindet sich ein großzügiges Besucherzentrum mit einem Museumshop, Veranstaltungsräumlichkeiten und den Zugängen zu den Museen („Neue Galerie", „Studio" und Naturkundemuseum) sowie in die neue Entlehnung der StLB.

Im zweiten Tiefgeschoß befindet sich der neue Tiefspeicher, der sich über 2.370 m2 erstreckt und es erstmals in der Geschichte des Hauses ermöglicht, alle Bestände unter klimatisch perfekten Bedingungen zu lagern und sie für die Benutzerinnen und Benutzer rasch zur Verfügung zu stellen. Vor diesem Neubau waren die 765.000 Bände der StLB auf mehrere Lagerräumlichkeiten im Stadtraum verteilt und mussten von dort zeitraubend in die Entlehnung gebracht werden. Das Herausragende des Entwurfs der Architekten sind die abgeschnittenen, auf den Kopf gestellten und „verschobenen" Lichtkegel aus Glas, die die Oberfläche des Platzes an mehreren Stellen in großen Durchmessern durchbrechen. Der größte Lichtkegel hat einen Durchmesser von 14 Metern, in ihn führt eine Rolltreppe hinunter zum Zugang des neuen Besucherzentrums.

Diese Lichtkegel bringen das Tageslicht bis ins zweite Tiefgeschoß, sodass die Kolleginnen und Kollegen nicht ausschließlich bei künstlichem Licht arbeiten müssen. In den riesigen Glaswänden dieser Kegel spiegeln sich die Fassaden der historischen Gebäude ringsherum und erzeugen beeindruckende optische Effekte. In der Entlehnung der Bibliothek sind rund um die Kegel Schreibtische aufgestellt, die zu den beliebtesten Arbeitsplätzen der Bibliothek zählen.

Pünktlich zur 200-Jahr-Feier am 26. November 2011 wurde der neue Freihandbereich der Bibliothek eröffnet, der auf das Fünffache der ursprünglichen Fläche vergrößert wurde, 30.000 Medien Platz bietet und nach Sachgebieten geordnet ist. Seit dem Sommer 2012 ist die Bibliothek wieder in Vollbetrieb. Sicherheitstechnik, speziell der Brandschutz und die Haustechnik wurden verbessert, die bis dahin fehlende Barrierefreiheit gewährleistet. Somit sind nun Lesesaal und Zeitschriftensaal barrierefrei erreichbar. Ebenfalls im alten Gebäudekomplex befinden sich die Tresorräume, in denen der wertvollste Buchbestand (200.000 Exponate der Sondersammlungen und Nachlässe) aufbewahrt wird.

Mit der Einrichtung einer eigenen Kinder- und Jugendbibliothek ist ein besonderes Augenmerk auf die Bedürfnisse der jungen Leserschaft gerichtet. Hier finden auch Lesungen, Theateraufführungen und Workshops für Kinder und Jugendliche statt. 1., 2. und 3. Stock beherbergen die Büros der Bediensteten.

 
Ausstellungs- und Vortragssaal
Das Deckenfresko des Saales weist auf die reiche Geschichte des Bibliotheksbaus hin. Die Familie der Grafen Leslie ließ die Decke der Sala terrena in Secco-Technik ausmalen. Auftraggeber der Malerei war Jakob Graf von Leslie (gest. 1694), der Universalerbe des bedeutenden Feldherrn Walter Graf von Leslie (1606-1667), eines schottischen Barons, der Besitzungen in der Steiermark erwarb. Seine Ehe mit Anna Franziska von Dietrichstein, einer Tochter des Fürsten Maximilian von Dietrichstein, blieb kinderlos. So ernannte Walter Graf von Leslie 1663 in seinem Testament den ältesten Sohn seines Bruders Alexander, Jakob, zum Universalerben.

Thema der Deckenmalerei ist die Glorifizierung des Feldherrn Walter von Leslie: Ursprünglich war die ganze Decke mit Scheinarchitektur, Medaillons und vegetabilischem Dekor, Rocaillen und Rosetten im Stil um 1700 bemalt. Typisch in der Manier des späten 17. Jahrhunderts sind die beiden großen Rundmedaillons gestaltet, die von stilisierten Blättern, Rosetten, Roll- und Kartuschenwerk umgeben sind. In den Nischen befinden sich vier Büsten: die griechische Kriegsgöttin Pallas Athene, der Kriegsgott Ares und der mit Lorbeer bekränzte Kopf weisen wieder auf den großen Sohn der Leslie hin. Das braun geäderte Marmorgebälk wird rechts und links von zwei monochromen halbnackten Männern und zwei weiblichen Figuren gestützt. Leicht spielerisch scheinen sie aus ihren Nischen herauszutreten. Darüber wird in zwei großen Kartuschen die Kriegstüchtigkeit des Grafen Walter von Leslie verherrlicht. In der ersten spielen zwei Engelsputten mit einem Köcher voller Pfeile und einer Rüstung, ebenfalls ein Indiz auf die militärische Laufbahn des Grafen. In der anderen schweben zwei Genien mit dem Leslie-Wappen - drei goldene Spangen zieren den Querbalken des Schildes -, über das ein dritter Krone und Lorbeerkranz hält, ein Hinweis auf die Reichsgrafenwürde, die Leslie 1637 von Kaiser Ferdinand II. erhielt. In einem der kleineren Medaillons zückt ein Putto seinen Degen, ein anderer bläst zum Gefecht. Wie in der Bekränzung der Bilder spielen auch in den kleinen Medaillons Kriegsgegenstände wie Pauken, Fanfaren, Säbel, Köcher, Pfeile und Kriegstrophäen die Hauptrolle. Selbst das Goldene Vlies fehlt nicht, das der Feldherr für seine Dienste um die erfolgreichen Friedensverhandlungen mit dem türkischen Reich erhielt.

Durch verschiedene Um- und Einbauten in den Boden des Veranstaltungsraumes ist die Raumhöhe heute um einiges niedriger als in der Sala terrena. Die Figurendarstellungen wirken daher recht plump und größtenteils flächig. Sie besitzen nicht die plastische Durchmodellierung und perspektivische Verkürzung wie man sie in Fresken um 1730 in unseren Breiten antrifft. Obwohl auf die Stuckdekoration verzichtet wird, ist noch keine durchgehende Decke konzipiert, sondern die Bauelemente werden in die Malerei miteinbezogen. Die Gewölbestege sind durch stilisierten Lorbeer betont. Gerade der Mangel in der perspektivischen Darstellung der Figuren und die völlige Eliminierung der Stuckaturen lassen an das Oeuvre des Grazer Malers Matthias Echter (Graz, 1653 geb.) denken, der vermutlich der Schöpfer dieser Malereien war.

 

4.    MEDIENBESTÄNDE

Der Medienbestand der StLB beträgt insgesamt mehr als 765.000 Titel, 95.000 davon sind bis 1900 erschienen: über 85 Inkunabeln (mit beweglichen Lettern gedruckte Schriften, die zwischen der Fertigstellung der Gutenberg-Bibel im Jahr 1454 und dem 31. Dezember 1500 hergestellt wurden), rund 1.400 Titel aus dem 16. Jahrhundert, circa 2.500 aus dem 17., knapp 11.000 aus dem 18. und fast 80.000 aus dem 19. Jahrhundert. Auf der Plattform DigiBib sind mehr als 25.000 elektronische Medien zum Download zu finden. Zudem stellt die StLB ihren Nutzerinnen und Nutzern tagesaktuelle Zeitungen und Zeitschriften zur Verfügung. Seit 1984 wurden mehr als 1.000 Zeitungen mikroverfilmt, die ebenfalls zugänglich sind. 

Die seit der Gründung der Bibliothek praktizierte systematische Aufstellung wurde in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts zugunsten einer Neuordnung des Gesamtbestandes im Magazin nach dem Numerus currens aufgegeben. Zur Sacherschließung legte man damals den noch heute benützten „Systematischen Katalog" („Wissenschaftlicher Fachkatalog") nach dem Leydener System an, der in seiner modifizierten Systematik 32 Hauptgruppen umfasst.

Seit 1993 bearbeitet die StLB ihre Neuzugänge an Literatur mit dem EDV-Programm BIS-C; moderne Softwareanwendungen und Medien wie Internet, Intranet und E-Mail gestatten es der StLB, ihre Katalogdaten und Dienste nicht nur vor Ort, sondern auch online anzubieten. 


Schenkungen und Nachlässe

Erzherzog Johann begründete die Bibliothek mit einer großzügigen Bücherspende von ca. 30.000 Büchern (Geschichte, Kriegswissenschaften, Theologie, Philologie). Besonders wertvolle Exemplare sind eine Heilige Schrift in äthiopischer, syrischer und ein Evangelium in Mohawk-Sprache. 1815 vermachte Graf Franz von Egger dem Haus naturwissenschaftliche Werke (Botanik, Zoologie, Physik), 1818 vererbte Graf Franz Joseph von Saurau der Bibliothek staatswissenschaftliche, geschichtliche Werke, griechische und römische Klassiker sowie Werke über Erziehung, Chemie, Mathematik, Physik, Technologie und Handel.

Zwischen 1821 und 1824 kamen aus dem Besitz Erzherzog Johanns weitere 4.000 Bände (Kriegswissenschaft, Geschichte, Philologie und Theologie) zum Bestand. 1840 folgen 410 Bände schöne Literatur, Kunstgeschichte, Pläne und Karten. 1822 schenkte Pfarrer Johann Prenner zahlreiche religiöse Bücher, 1826 vermachte Gräfin Elise von Wurmbrand 200 Bände (Literatur und Styriaca).

1871 löste sich der Leseverein auf und seine Sammelwerke fielen der Bibliothek zu. Der Orientalist Josef Hammer-Purgstall und der Botaniker Franz Unger hinterließen hunderte Bände sowie Hefte mit Widmungen. 1881 vererbte Franz Ritter von Heintl dem Haus 22.856 Bände aus Wissenschaft, Bildender Kunst, Musik, Kulturgeschichte, Philosophie, deutscher Literatur, Erstlingsausgaben der Romantiker und Biographien. 1891 folgt der Nachlass Karl Gottfried von Leitners (1800-1890), dessen Gedichte von Franz Schubert vertont wurden.

1905 schenkte der steirische Archäologe Franz Ferk dem Haus zahlreiche wissenschaftliche Werke. 1903 vermachte der Freiherrn von Gödel-Lannoy dem Haus äußerst wertvolle Dante-Ausgaben und Kommentare, 1910 hinterließ Freiherr Albin von Teuffenbach der StLB die vollständige, einzigartige und kostbare Sammlung der Prachtausgaben des Erzherzogs Ludwig Salvator (Bruder Erzherzog Johanns) über Mallorca. Die Gräflich Meran´sche Bibliothek, 2.750 Werke aus der Zeit von 1790 bis 1860 über Landwirtschaft, Staatswissenschaft, Politik und Landeskunde, fielen ebenfalls an die Bibliothek.

An der Landesbibliothek gibt es in Summe über 200 Nachlässe. Darunter sind einige von Persönlichkeiten, die überregional bedeutend sind, z. B. Anastasius Grün, Rudolf Hans Bartsch, Ernst Goll, Bruno Ertler, Paul Anton Keller, Hans Kloepfer, Max Mell, Franz Nabl, Leopold von Sacher-Masoch, Jakob Stolz oder Hannelore Valencak.10

Der Nachlass, der alle anderen an Volumen überragt, ist jedoch der des steirischen Dichters Peter Rosegger (1843-1918). 1932 übergab die Familie den dichterischen Nachlass als Dauerleihgabe der StLB und wurde in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts durch das Land Steiermark letztlich käuflich erworben. Der Nachlass umfasst tausende handgeschriebene Manuskripte, Briefe, Tagebücher, Zeichnungen, Fotos, aber auch zahlreiche persönliche Erinnerungsstücke wie Brillen, Bleistifte, Auszeichnungen und seine Zither. Aus Jubiläumsgründen wird dieser Nachlass nun wieder vermehrt beachtet, 2013 wurde begonnen, seine Jugendschriften zu digitalisieren und zu erschließen. Aktuell wird für das Roseggerjahr 2018 schwerpunktmäßig der vielfältige und umfangreiche Briefwechsel dieses Dichters systematisch digitalisiert. Zu den Briefpartnern gehörten Persönlichkeiten wie Bertha von Suttner, Marie von Ebner-Eschenbach, Franz Defregger, Theodor Storm oder Leopold von Sacher-Masoch.

Dieser Digitalisierungsschwerpunkt für das Roseggerjahr 2018 ist auch Anlass, ein Repositorium online gehen zu lassen. Weiters ist geplant, Digitalisate, die über das Repositorium online gehen werden, zeitgleich auch auf die Plattform Europeana zu spielen.

Im 21. Jahrhundert wird die bereits mehr als 50.000 Bände umfassende Büchersammlung des Grazer Universitätsprofessors für Volkskunde, Dr. Günther Jontes, die Sammlung der Landesbibliothek bereichern - er hat sie dem Hause auf den Todesfall vermacht.

1939 wurde die pädagogische Zentralbibliothek der Stadtgemeinde Graz in den Bestand der Landesbibliothek übernommen. In den fünfziger Jahren stiftete Viktor Cerweny Ritter von Arland (1877-1956) seine umfangreiche Goethe-Sammlung. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden Dubletten aus der Stiftsbibliothek Zwettl sowie die Bibliothek des Grafen Kottulinsky von Schloss Neudau mit einer bedeutenden Sammlung an Silesiaca (Schlesien betreffende Werke) dem Bestand hinzugefügt.

 

Kataloge und Benützung

Der Hauptkatalog, der sogenannte „Online-Katalog", bildet das Herzstück der Literatursuche und deckt den Zeitraum seit 1993 vollständig ab. Mehr als 25.000 elektronische Medien zum Download stehen im Katalog der „DigiBib Steiermark" bereit. Alle vor 1945 ins Haus gekommenen Bände finden sich im „Nominalkatalog", den Zeitraum von 1945 bis 1993 umfasst der „Digitalisierte Zettelkatalog" oder „Verfasserkatalog". Dieser deckt zudem den allgemeinen systematischen Katalog, den systematischen Katalog der Styriaca, die alten Zettelkataloge der steirischen Bibliografie bzw. die steirische Zeitungsdokumentation ab.

Die Benützung der Lesesäle mit der Freihandbibliothek, der aktuellen Zeitungs- und Zeitschriftensammlung, der Mikrofilm-Lesestationen sowie der Multimedia-Arbeitsplätze ist zu den Öffnungszeiten unentgeltlich. Es stehen Benützer-PCs der Landesbibliothek zur Online-Recherche sowie Gratis-WLAN zur Verfügung.

Durch das Lösen einer BenützerInnenkarte, die für ein Jahr gültig ist, können Werke für die Dauer von vier Wochen (Elektronische Medien drei bzw. eine Woche) entlehnt werden. Gebunden ist die BenützerInnenkarte an eine Meldeadresse in der Steiermark.

 

Die Styriaca-Sammlung

Die Ablieferung eines Pflichtexemplars jeder gedruckten Schrift entwickelte sich parallel zur Entstehung des Bücher- und Pressewesens. Die Ablieferung von Pflichtexemplaren an den Hof bzw. die Hofbibliothek, aus der die Österreichische Nationalbibliothek hervorgegangen ist, diente vor allem der Zensur, um kritische Texte an der Verbreitung zu hindern. Seit 1922 existiert das Pressegesetz, das der Österreichischen Nationalbibliothek das Recht auf Erhalt eines oder mehrerer Freiexemplare einräumt. Erst 1981 mit dem Inkrafttreten des Mediengesetzes bekommt die StLB das Recht auf 1 Belegexemplar, bzw. von mindestens 4-mal pro Jahr erscheinenden Periodika 2 Stück, die Grazer Universitätsbibliothek auf 2 bzw. 3 Belegstücke. Ab 2005 unterliegen der Anbietungs- und Ablieferungspflicht nicht nur Druckwerke, sondern auch Medienwerke, die „als elektronische Datenträger in technischer Weiterentwicklung von Druckwerken neben schriftlichen Mitteilungen und Standbildern auch Darbietungen in Wort, Ton oder Laufbildern enthalten, mit Ausnahme von Schallträgern und Trägern von Laufbildern (Filmwerke oder kinematographische Erzeugnisse). Ausdrücklich genannt werden CD-ROM, CD-interaktiv, Computer-Diskette und DVD.11 Somit wird dieser Teil der Styriaca auch von der Universitätsbibliothek Graz gesammelt.

Die Sammlung der Styriaca der StLB geht weit über dieses Belegexemplar hinaus und wird schon seit 1811 betrieben - man ist damit die erste Landesbibliothek Österreichs mit einem Auftrag für die Sammlung der Regionalia. In den Statuten vom 1. Dezember 1811 von Erzherzog Johann für das Joanneum fordert er unter anderem das Sammeln von „historischen Manuskripten, aber auch gedruckte werke, welche die Geschichte und Statistik Innerösterreichs und seiner Nachbarlande betreffen" zu erwerben.[12] Neben handschriftlichen Nachlässen bedeutender steirischer Persönlichkeiten, einer fast vollständige Sammlung steirischer Frühdrucke und der Widmannstetter-Drucke, der Theaterzettelsammlung, der Karten und Atlanten, einer Exlibris-Sammlung umfasst sie auch eine Sammlung steirischer Kleinschriften und den größten Bestand steirischer Zeitungen und Zeitschriften.

Zu den Schätzen der Kleinschriften oder „grauen Literatur", die ausschließlich in der StLB gesammelt werden, zählen Broschüren, Gründungsurkunden, Wahlaufrufe, Pamphlete zu jeweils aktuellen sozialen und politischen Fragen, Hirtenbriefe, Lebensmittelkarten. Programmzettel, Fremdenverkehrsprospekte, Fahrpläne u.v.m. Solche Dokumente werden nicht über den Buchhandel vertrieben, sondern auf Plätzen und Straßen verteilt, an Mitglieder versandt, liegen in Fremdenverkehrsbüros auf oder werden bei Kulturveranstaltungen verteilt. Das Sammeln dieser Schriften ist entsprechend aufwändig und verlangt viel Spürsinn. Die Kleinschriften-Bestände haben einen hohen Quellenwert für die historische und die sozialwissenschaftliche Forschung, werden nach Themen geordnet gesammelt, in eigens angefertigten Kapseln aus säurefreiem Karton aufbewahrt und sind nur im Lesesaal zu benutzen.

Die Landesbibliothek sammelt außerdem alle Regionalzeitungen, bereitet sie auf, scannt und verfilmt sie. Auch Parteiblätter, Pfarrblätter, Fachzeitschriften, Schulzeitungen, Zeitungen von Versicherungen und Vereinen gehören zum Sammelgebiet. Produkte von kleinen Eigenverlagen sind ebenfalls fast ausschließlich in der StLB zu finden.

Zudem werden gezielt Werke (Publikationen, Artikel, Theaterstücke etc.) von Steirerinnen und Steirern, die nicht in der Steiermark erscheinen, erworben, wissenschaftliche Arbeiten wie Dissertationen oder Diplomarbeiten mit Themen über die Steiermark oder ihre Bewohnerinnen und Bewohner von allen Universitäten gesammelt, während die Universitätsbibliothek nur die eigenen Arbeiten verzeichnet. Diese viel breitere Sammeltätigkeit der StLB führt wie in allen österreichischen Landesbibliotheken zur Herausgabe einer Regionalbibliografie und der Erstellung einer regionalen Zeitungsdokumentation, beides unersetzliche Basis für die Forschung im Bereich der Kultur- und Landesgeschichte. Die Steirische Bibliografie ist 1980 als erstes EDV-Projekt der StLB die erste EDV-unterstützte Landesbibliografie Österreichs. Abgesehen von der für alle Buchbestände erfolgenden inhaltlichen Erschließung durch Beschlagwortung und systematische Klassifizierung werden selbständige und unselbständige Publikationen im Rahmen der Steirischen Bibliografie und der Steirischen Zeitungsdokumentation ausgewertet.

 

Die steirische Bibliografie

Die Bibliografie ist eine Art Leistungsschau zur Steiermark und dokumentiert nicht nur Geschichte und Kultur, sondern auch das aktuelle Wachstum, die Innovations- und Bildungskompetenz des Landes. Sie fördert das regionale Selbstverständnis durch die Erschließung und Aufbereitung lokaler Informationen, über die andere Bibliotheken nicht verfügen.

Die Steirische Zeitungsdokumentation ist eine inhaltliche Ergänzung zur Steirischen Bibliografie und bietet eine einzigartige geschlossene Sammlung aller in der Steiermark gedruckten Tages- und Wochenzeitungen im Original bis in die Gegenwart. Sie verzeichnet eine Auswahl informativer, die Landeskunde der Steiermark betreffender Zeitungsartikel aus vor allem steirischen aber auch nicht-steirischen Tages- und Wochenzeitungen. Die Auswahl der Zeitungsartikel folgt den Definitionskriterien der Steirischen Bibliografie. Diese Datenbank darf daher nicht mit Archivdatenbanken von Zeitungen (im Internet) verwechselt werden, deren Zielsetzung bezüglich Schwerpunktsetzung und Aktualität eine andere ist.

 

Zeitungsdokumentation und Digitalisierung

Als eine der Bibliotheken in Österreich, die noch Mikrofilme anfertigt, bietet die StLB ihren Nutzerinnen und Nutzern alle jemals in der Steiermark erschienenen Zeitungen auf Mikrofilm an. Heute werden alle steirischen Tageszeitungen digitalisiert und weiterhin mikroverfilmt, denn in dieser Form dürfen sie den Nutzerinnen und Nutzern abseits der gebundenen Printausgaben auch zu Recherchezwecken zur Verfügung gestellt werden.

Die älteste in der Bibliothek befindliche steirische Zeitung ist die „Türkenzeitung" von 1593. Die erste periodische Zeitung ist die 1711 erschienene „Grätzerisch-Europäische Zeitung" (Fragment), die von 1722 bis 1792 den Titel „Posttäglich-Grätzerisch Außfliegender Mercurius" trug. Das Medium „Allgemeines Zeitungsblatt für Innerösterreich", die „Bauernzeitung", der „Mandlkalender" und verschiedene kurzlebige Journale befinden sich ebenfalls im Bestand des Hauses. Mit der Mikroverfilmung aller seit 1721 erschienenen Zeitungen startete die StLB 1984 ein österreichisches Pilotprojekt. So findet man die Grazer Zeitung ab 1878, die Tagespost ab 1857 und die Kleine Zeitung ab 1904 auch auf Rollfilm. Seit 2005 werden die steirischen Tageszeitungen „Kleine Zeitung", „Steirerkrone" - inklusive aller Bezirksausgaben und Mutationen - und der „Kurier" zusätzlich zum Film auch digitalisiert und liegen als DVDs vor.

Die Bibliothek besitzt über 12.000 Mikrofilme 16mm/35mm mit über 15.000.000 Aufnahmen. Die Master/Silberfilme werden in einem anderen Gebäude gelagert, um eine absolute Sicherheit zu gewährleisten. Es besteht generell die Möglichkeit, eine Kopie oder digitale Daten per USB-Stick, CD, DVD, Mail oder auch als Mikrofilm zu erwerben.

Die Digitalisierung wertvoller Styriaca dient einerseits der Schonung der Originale und Bestandssicherung und andererseits der besseren Verfügbarkeit für eine breite Öffentlichkeit. Die StLB erfüllt als „Gedächtnis der Steiermark" mit der Bewahrung und Vermittlung des kulturellen Erbes den Anspruch der identitätsfördernden Kultur.

 

Inkunabeln und Sondersammlungen

Von den 85 Inkunabeln bilden 27 aus Venedig die größte Gruppe. Aus Basel stammen 12, aus Straßburg 9, aus Nürnberg 8, aus Augsburg 7 und aus Ulm, Mainz, Hagenau und Padua je 4. Wien, Brünn, Speyer, Pavia, Florenz und Metz sind mit je einem Titel vertreten. Ohne Erscheinungsort ist das Planetarium, ein Holztafeldruck des 15. Jahrhunderts. Neben neun lateinischen Bibelausgaben sind eine deutsche Ausgabe von Boccacios „Il Filocolo" (Metz: Hochfeder 1500), Janos Lascaris' „Anthologia graeca Planudea" (Florenz: Lorenzo di Francesco 1494) und der Einblattdruck von Sebastian Brants „Von der Schlacht bei Salins" (Basel: Furter für Joh. Bergmann 1493) zu erwähnen.

An Inkunabeln vorwiegend historischen Inhalts sind nicht nur die deutsche Ausgabe von Hartmann Schedels „Liber chronicarum" (Nürnberg: Koberger 1493) vorhanden, sondern auch Egenolf von Staufenbergs „Die Geschichte vom Ritter Peter Diemringer von Staufenberg" (Straßburg: Johann Prüss, um 1483), des Johannes de Thurocz „Chronica Hungarorum" (Brünn: Stahel und Preinlein 1488) sowie Ulrich Richentals „Beschreibung des Konzils von Konstanz" (Augsburg: Sorg 1483). Unter den in Augsburg gedruckten deutschsprachigen Inkunabeln sind weiters das „Ehebüchlein" des Albrecht von Eyb (Zainer, um 1473) und Hans Tuchers „Reise ins gelobte Land" (Schönsperger 1482).

Die Briefe des Aeneas Silvius mit handschriftlichen Notizen wurden bei Anton Koberger in Nürnberg 1481 gedruckt. Aeneus Silvius Piccolomini (1405 - 1464), ein humanistisch gebildeter Jurist und Poet, wurde später zum Papst Pius II. gewählt. 1443 trat er in den Dienst König Friedrichs III. und kam so als dessen Sekretär nach Graz. Kulturhistorisch interessant ist seine Beschreibung der Stadt Graz in lateinischer Sprache.

„Griseldis" von Francesco Petrarca (1304-1374) wurde 1473 von Johannes Zainer in Ulm gedruckt. Heinrich Steinhöwel übersetzte die Griseldis-Novelle aus dem Lateinischen ins Deutsche. Die erste deutsche Übersetzung von Steinhöwel erschien bereits 1471 bei Günther Zainer in Augsburg. Heinrich Steinhöwel lieferte dem Ulmer Drucker Johannes Zainer einen verbesserten Text und ein Vorwort für die Ausgabe von 1473. Die neun verschiedenen Holzschnitte und die Initialen sind koloriert. Konturen betonen die Holzschnitte und erreichen durch Hell-Dunkel-Effekte eine Plastizität und Räumlichkeit der Darstellung wie sie für die Drucke der 80-iger Jahre des 15. Jahrhunderts typisch sind.

Thüring von Ringoltingen übersetzte den um 1400 entstandenen Versroman Melusine des französischen Dichters Couldrettes ins Deutsche „Von einer frowen genant Melusina". Er erschien ca. 1473/74 in Basel bei Bernhard Richel. Das altfranzösische Märchen schildert die Liebe des Grafen Raimund zur Meerjungfrau Melusine. Das Oberdeutsche Planetenbuch bzw. Planetarium ist ein sogenanntes Blockbuch mit auf Holztafeln gedruckten Bildern samt erklärendem Text von ca. 1465. Die einzelnen kolorierten Tafeln erläutern den Zusammenhang zwischen der Geburtsstunde eines Menschen und dem herrschenden Planeten. Gemäß dem geozentrischen Weltbild des Mittelalters kreisen Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn um die Erde. Nur fünf Blockbuch-Ausgaben sind heute noch bekannt.

Der Prachtband „Erbhuldigung der steirischen Landstände aus dem Jahre 1728" aus dem Besitz Erzherzog Johanns überliefert in Wort und Bild die letzte steirische Erbhuldigung, einen rechtskonstitutiven Akt, welche die Landstände im Jahre 1728 Kaiser Karl VI. als ihren Herzog, ihren Landesfürsten, geleistet haben. Das Prunkexemplar im Besitz der StLB ist eines der wertvollsten Stücke der Styriaca-Sammlung. 1980 gab die ADEVA eine Faksimile-Ausgabe anlässlich der 800-Jahrfeier der Erhebung der Steiermark zum Herzogtum heraus. Auf der Vorder- bzw. Rückseite ist das kaiserliche Wappen bzw. der steirische Panther in kostbarer Silber-, Gold- und Seidenfäden von Jean Villiot gestickt. Die einfachen Stickerei-Arbeiten wurden von einer Klosterschwester des Grazer Ursulinenklosters ausgeführt, die dafür Schokolade für 10 Gulden bekam.12

Der landständische Sekretär Georg Jakob von Deyerlsperg schilderte in diesem Werk aus dem Jahr 1740 äußerst genau den gesamten Ablauf der Festveranstaltung. Die Besonderheit dieses Bandes machen allerdings seine Illustrationen aus. Der in Augsburg geborene, in Graz und der Steiermark wirkende Maler Franz Ignaz Flurer, Hausmaler der Familie Attems und Schöpfer des Hochaltarbildes im Grazer Dom, hielt die Ereignisse in Grisaille-Skizzen fest, die sich im Steiermärkischen Landesarchiv befinden. Der Augsburger Heinrich Störcklin war einer der bedeutendsten Kupferstecher seiner Zeit und fertigte nach den Skizzen Flurers großformatige Kupferstiche an, z.B. den Festzug durch die Stadt und die Zeremonien im Landhaus. Von Bedeutung sind die detailgetreuen Grazer Stadtansichten: das alte Rathaus, der Renaissance-Altar im Dom, der Übergang zwischen Dom und Burg oder die Dreifaltigkeitssäule am Hauptplatz, die heute am Karmeliterplatz steht. Faszinierend genau sind die Häuser am Hauptplatz und in der Herrengasse abgebildet. Das Weiß'sche Haus, die Adler-Apotheke mit dem Christophorus, der auf der falschen Häuserseite im Kupferstich und das Landhaus sind detailgetreu wiedergegeben. Die beiden Grazer Stadtansichten aus der Vogelperspektive, eine von Osten von 1688/89 und eine von Westen von 1703 zeigen die Stadt und ihren Schlossberg als imposante fortifikatorische Einheit.14

Beim „Koch- und Artzney Buch" von 1686 handelt es sich um das erste Kochbuch Österreichs. Kochen und Arzneikunst waren zu dieser Zeit untrennbar miteinander verbunden. Im Grazer Kochbuch ist die Angst vor dem Tod spürbar - schließlich raffte die 1683 in Graz wütende Pest ein Drittel der Bevölkerung hinweg. Viele Rezepte im Artzneybuch sind daher Rezepte gegen den schwarzen Tod. Interessant sind die intensiven Würzmischungen des Kochbuches - schließlich konnte sich nur die betuchte Oberschicht Gewürze leisten, die aus dem Orient eingeführt werden mussten. Ebenso verwundern heute die Zuckermengen, aber im Barock galt Zucker als Medikament und daher als äußerst gesund. Die Kost der Barockzeit war derb, aber nicht so fett wie meistens angenommen wird. Beim Braten am Spieß wurde viel Fett wieder ausgeschieden. Interessant erscheint der Verzicht auf Schweinefleisch, das leicht verderblich war und in den Sommermonaten nicht in Graz verkauft werden durfte. Bezeichnungen wie Spießkrapfen - der Teig wurde auf gespießt, ins Fett getunkt und ins offene Feuer gehalten - weisen auf die Kriege hin. Daraus entwickelten sich übrigens unsere Spagatkrapfen. Alle Kochrezepte sind ohne genaue Maße und nicht für die einfache Bevölkerung, sondern für eine adelige oder klösterliche reiche Tafel gedacht. Vorläufer beliebter heutiger Speisen wie „Forelle blau", „Frankfurter" oder „Kaiser Schmarren" u.a.m. sind bereits im 17. Jahrhundert verzeichnet.

Dieses Werk wurde fast wörtlich in das Kochbuch „Freywillig auffgesprungener Granat-Apffel/ des Christlichen Samaritans/. Graz: Widmannstätter 1696" übernommen. Aber im Gegensatz zu früheren Werken haben wir erstmalig eine Verfasserin: Eleonora Maria Rosalia, Herzogin von Troppau und Jägerndorf. Dieses 1696 erschienene Arzneibuch bekam in seiner 2. Auflage ein Kochbuch angehängt, das voll und ganz dem ersten Grazer Kochbuch entsprach. Nach einigen durchaus bemerkenswerten Kochbüchern, die aber alle für eine große Gesellschaft und eher als Erinnerungshilfe für Profi-Köche gedacht waren, erschien in Graz das meistverkaufte und berühmteste Kochbuch der österreichischen Monarchie, dessen Erstauflage bei Leykam erschienen ist: Prato, Katharina „Die süddeutsche Küche auf ihren gegenwärtigen Standpunkte" erschien 1857 in Graz und erfuhr bis heute 72 Auflagen. Über eine Million Exemplare dieses Buches wanderten über den Ladentisch. Katharina Prato ist ein Pseudonym für die 1818 geborene Grazerin namens Katharina Polt. Sie suchte für ihren ersten Mann Eduard Pratobevera nach Rezepten für eine Magendiät. Nach seinem Tod heiratete sie den steirischen Landeskonservator von Scheiger, den sie auf seinen Dienstreisen begleitete. Sie begann in Gasthäusern Rezepte zu sammeln und sie für ein Kochbuch zusammenzustellen. Dieses Kochbuch war im Unterschied zu all seinen Vorgängern für Anfängerinnen und den Selbstunterricht gedacht. Es wurden „alle Stände" bedient, besonders der Mittelstand. Höhepunkte der österreichischen Küche wie der Tafelspitz mit diversen Soßen oder die Sacher Torte finden sich in diesem Werk.

Hinsichtlich der Werke über die Landeskunde ist das Werk des Aquilinus Julius Cäsar zu erwähnen. Dieser trat nach dem Besuch der Jesuitenschule in das Chorherrenstift Vorau ein, wo er als Lehrer und Pfarrer in der Oststeiermark tätig war. Nach zahlreichen historischen, theologischen und kirchenrechtlichen Studien schrieb er die erste umfassende Geschichte der Steiermark „Annales Ducateus Styriae" ab 1768, die ihm den Ehrentitel „Vater der steirischen Geschichtsschreibung" einbrachte.

Eine Besonderheit stellt auch Joseph Carl Kindermanns „Historischer und geographischer Abriß des Herzogthums Steyermark" dar. Nach einem abenteuerlichen Leben in Kapstadt als Sekretär beim Gouverneur van Plettenberg ging Kindermann seinen wissenschaftlichen Neigungen nach. Er sammelte diverse Naturalien, lernte den Weltumsegler J. Cook bei dessen fast zweimonatigem Aufenthalt am Kap kennen und kehrte 1774 nach Europa zu seiner Familie zurück, die unterdessen in der Steiermark lebte. Er widmete sich streng wissenschaftlichen Arbeiten auf geografischem und kartografischem Gebiet und betrieb außerdem volksbildnerische und volksaufklärerische Publizistik im josephinischen Sinn. Seine wissenschaftlichen Arbeiten der „Geographische Abriß des Herzogtum Steyermark" von 1779 und das ausgezeichnete zwölfblättrige Kartenwerk „Die Provinz Innerösterreich" (1789-97), also Steiermark, Kärnten, Krain, Triest und Görz, machten ihn in der Fachwelt berühmt. 1799 stellte er auf dem Grazer Schloßberg den nach ihm benannten Meridian auf, um die exakte Mittagszeit zu bestimmen. Außerdem arbeitete er als Chefredakteur der „Grätzer Zeitung" und später als Hauptredakteur für den „Atlas des Österreichischen Kaiserthums" (Österreichischer Nationalatlas, 1805) in Wien.

Die StLB besitzt zahlreiche Textbücher in italienischer Sprache von Opernaufführungen, Textbücher zu Oratorien und ab 1776 auch deutsche Dramen. 1770 entstand das erste Werk der frühen steirischen Dichtung der Aufklärung: Hedwig Louise de Pernet „Versuch in Fabeln und Erzählungen nebst einem komischen Trauerspiel in Versen".

Eine Besonderheit ist auch das „neue Compendiose Sack-Calenderlein / Auf das 1746. Jahr", das beim Buchbinder Gottfrid Werner zu kaufen war. Die Buchbinder waren zu dieser Zeit vielfach auch Buchhändler. Das zierliche „Calenderlein" (2,5 x 6,8 cm), ist eine Grazer kulturgeschichtliche Rarität mit einem kolorierten Titelblatt, dem mythologischen Motiv der Europa auf dem Stier.

Zu den Sondersammlungen gehören auch die weltberühmten Kepler-Kalender von 1598 und 1599, die begehrte Ausstellungsobjekte sind. Die Theaterzettelsammlung umfasst 60.000 Theaterzettel der Grazer Theater von 1787 bis 1900 sowie weitere Theaterzettel und Programmhefte bis heute.


Karten und Atlanten

In etwa 1500 vor dem Jahr 1900 gedruckte Kartenblätter und Atlanten, die in den Gesamtbestand integriert sind, werden durch eine provisorische Zusammenstellung nach Ländern erschlossen. Das älteste Blatt der Kartensammlung ist „Stiriae marchiae" aus Gerard de Jodes Atlas „Speculum orbis terrarum" (Antwerpen 1578). Sodann ist die deutschsprachige Erstausgabe von Abraham Ortelius' „Theatrum orbis terrarum" (Antwerpen 1572) zu erwähnen.

 
 
5.    VERANSTALTUNGEN
 

Das Programm der Lesungen orientiert sich an den Neuerscheinungen der Verlage, aber auch an thematischen oder regionalen Schwerpunkten. Dem Gründungsgedanken Erzherzog Johanns folgend, der Bildung als das wichtigste Gut ansah, konzentriert sich das Konzept auf Vermittlung exklusiven regionalen Schaffens.

Seit 2014 ist die Kinder- und Jugendbibliothek fertig eingerichtet und die Räumlichkeiten werden auch mit einem von Horten, Schulen und Kindergärten stark nachgefragten Programm bespielt.

Seit 2014 müssen an Österreichs allgemeinbildenden und berufsbildenden höheren Schulen von allen Maturanten sogenannte „Vorwissenschaftliche Arbeiten" verfasst werden. Dazu werden einfache Recherche- und Informationskompetenz-Einführungsveranstaltungen vom Team der Landesbibliothek angeboten, die von den Schulen gut angenommen werden. Um auch Schulen in der restlichen Steiermark den Zugang zur Landesbibliothek zu ermöglichen, reisen einige Kollegen für die Einführungsveranstaltungen in die Schulen vor Ort z. B. nach Leoben, Hartberg oder Radkersburg.

 

6.    DIREKTORINNEN UND DIREKTOREN


Dr. Franz Mitterbacher (1854-1878)

Dr. Hans von Zwiedineck-Südenhorst (1880-1900)

Dr. Wilhelm Fischer (1900-1919)

Karl Wilhelm Gawalowski (1919-1923)

Dr. Moritz Rüpschl (1923-1930)

Dr. Hans Untersweg (1930-1933)

Dr. Norbert Stücker( 1933-1937)

Dr. Julius Schütz (1937-1954)

Dr. Karl Friedl (1955-1957)

Dr. Bruno Binder-Krieglstein (1958-1961)

Dr. Berthold Sutter (1962-1967)

Dr. Hans Hegenbarth (1967-1987)

Dr. Alois Adler (1987-1991)

Dr. Joseph F. Desput (1991-2003)

Dr. Christoph Binder (2003-2013)

Mag.a Katharina Kocher-Lichem (seit 2014)

 

7.     PUBLIKATIONEN


Schütz, Julius Franz: Seit wann druckte Georg Widmanstetter in Graz? (= Aus der Frühzeit der steirischen Drucker; Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 1), Graz 1936.

Schütz, Julius Franz: Wer war der Drucker Thomas Gampassers? (= Aus der Frühzeit der steirischen Drucker; Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 2), Graz 1937.

Schütz, Julius Franz: Abriss der ältesten steirischen Druckergeschichte. (= Aus der Frühzeit der steirischen Drucker; Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 3), Graz 1939.

Janda, Otto: Die Literatur der Steiermark im Mittelalter. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 4), Graz 1939.

Friedl, Karl: Wege der Familiengeschichtsforschung im Reichsgau Steiermark. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 5), Graz 1940.

Janda, Otto: Abriß der steirischen Dichtung des Mittelalters. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 6), Graz 1943.

Schütz, Julius Franz: Baumeister steirischer Geschichte und Landeskunde. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 7), Graz 1943.

Schütz, Julius Franz: Von der Aufklärung zum Biedermeier. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 8), Graz 1950.

Hegenbarth, Hans: Die Wahrheit als Erlebnis und das Weltbild der Physik. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 9), Graz 1968.

Lamprecht, Herbert: Die neue Genenkarte von Pisum und warum Mendel in seinen Erbsenkreuzungen keine Genenkoppelung gefunden hat. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 10), Graz 1968.

Lamprecht, Herbert: Neue Beiträge zur Genenkarte von Chromosom IV von Pisum. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 11), Graz 1969.

Keller, Juliane: Grazer Frühdrucke. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 12), Graz 1970.

Latzke, Rudolf: Peter Rosegger als Literat. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 13), Graz 1972.

Hegenbarth, Hans: Darwin, die Bibel und die Tatsachen. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 14), Graz 1972.

Zitzenbacher, Walter; Kracher, Alfred u. a.: Literatur in der Steiermark. Landesausstellung 1976. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 15), Graz 1976.

Binder, Christoph Heinrich: Max Mell. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 16), Graz 1978.

Hegenbarth, Hans: Die Steiermärkische Landesbibliothek. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 17), Graz 1980.

Hegenbarth, Hans: Der natürliche Realismus in Wissenschaft, Philosophie und Lebenspraxis. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 18), Graz 1980.

Binder, Christoph Heinrich [Red.]: Max Mell. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 19), Graz 1982.

Hegenbarth, Hans: Peter Rosegger. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 20), Graz 1983.

Adler, Alois [Hrsg.]: Steirische Mundartdichtung der Gegenwart. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 21), Graz 1991.

Graff, Theodor: Bibliographia Widmanstadiana. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 22), Graz 1993.

Adler, Alois [Hrsg.]: So red't ma ba uns im Steirerland. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum in Graz 23), Graz 1996.

Willnauer, Jörg-Martin: Die Steiermark in Wort & Schild. (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 24), Graz 2000.

Geschichte der Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg. (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 25), Graz 2001.

Gekle, Helmut: Weiße Tauben. (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 26), Graz 2002.

Rinnhofer, Fritz P. [Hrsg.]: „Weiß-grüner Zitatenschatz". 1. Aufl. (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 27), Graz 2002.

Urschitz, Karl: Protokoll mit Zeremoniell und Etikette. (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 28), Graz 2002.

Feller, Barbara [Hrsg.]: An der Klippe. Herwig Illmaier, Architekt. (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 29), Graz 2003.

Cerwinka, Günter [u.a.]: Die Steiermark im Jahre 1848/49. (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 30), Graz 2003.

Gratzl, Karl [Red.]: Stationen an der Seidenstraße. (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 31), Graz 2006.

Stock, Karl F.: Exlibris 1960 - 2006. (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 32), Graz 2007.

Lambauer, Hannes; Strahhalm, Werner Walter [Hrsg.]: Johann, Österreich, Erzherzog: Aus Erzherzog Johanns Tagebuch. Nachdr. nach dem Ex. der Steiermärk. Landesbibliothek. (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 33,) Graz 1882 (2009).

Stock, Karl F.: Steirische Exlibris gestern und heute. (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 34) Graz 2010.

Kostajnsek, Markus: Von Kometen und Sternen. Astronomie in den Beständen der Steiermärkischen Landesbibliothek. [Sonderausstellung Schätze der Steiermärkischen Landesbibliothek ; 2. Juli bis 31. Oktober 2012] (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 35), Graz 2012.

Marczik, Christian [Hrsg.]: Tarnschriften - verborgene Information. (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 36), Graz 2012.

Dienes, Gerhard Michael  [Red.]: Der Tempel brennt. Texte von und über Mela Hartwig-Spira, begleitend zur Ausstellung. [Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung in der Steiermärkischen Landesbibliothek] (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 37), Graz 2013.

Habjan, Ulrike, 1955 [Red.]: Die Kunst ist frei, also sei es auch die Kritik. Beiträge zum Symposium Peter Rosegger 2013. (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 38), Graz 2015.

Teissl, Christian [Hrsg.]: Goll, Ernst: Ernst Goll - Eine Nachlese. (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 39), Graz 2015.

„Man nehme ..." Kochbücher und ihre Rezeption im Laufe der Jahrhunderte. (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 40), Graz 2016.

Kostajnsek, Markus; Leopold, Elmar: Bibliographie der militärwissenschaftlichen Werke der Sammlung Erzherzog Johanns an der Steiermärkischen Landesbibliothek. (= Veröffentlichungen der Steiermärkischen Landesbibliothek 41), Graz 2017.

8.     LITERATUR

Joanneum. Jahresbericht 1 (1811) ff. [enthält Vereinsstatuten mit Aufgaben der Bibliothek und laufend Berichte über die Erwerbungen und Bücherspenden seit dem Gründungsjahr]

Steiermärkische Landesbibliothek [Hrsg.]: Erwerbungen der Steiermärkischen Landesbibliothek in den Jahren 1891-1947, 1953-1955, Graz 1893 ff.

Binder, Dieter: Das Joanneum in Graz: Lehranstalt und Bildungsstätte. Ein Beitrag zur Entwicklung des technischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts im 19. Jahrhundert. (= Publikationen aus dem Archiv der Universität Graz 12), Graz 1983.

Fischer, Wilhelm: Die Steiermärkische Landesbibliothek. In: Anton Mell (Hrsg.): Das Steiermärkische Landesmuseum Joanneum und seine Sammlungen. Mit Zustimmung des Steiermärkischen Landesausschusses zur 100jährigen Gründungsfeier des Joanneums. Graz 1911, S. 411-442.

Gawalowsky, Karl W.: Die Steiermärkische Landesbibliothek in Graz in ihrer geschichtlichen Entwicklung. In: Mitteilungen des Österreichischen Vereins für Bibliothekswesen 13 (1909), S. 87-92.

Göth, Georg: Das Joanneum in Graz, geschichtlich dargestellt zur Erinnerung an seine Gründung vor 50 Jahren. Graz 1861.

Hegenbarth, Hans: Die Steiermärkische Landesbibliothek. In: Berthold Sutter (Hrsg.): Festschrift 150 Jahre Joanneum 1811-1961. Graz 1969, S. 269-275.

Hegenbarth, Hans: Die Steiermärkische Landesbibliothek. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek 17), Graz 1980.

Hegenbarth, Hans: Aus den Anfängen der Steiermärkischen Landesbibliothek. In: Othmar Pickl (Hrsg.): Erzherzog Johann von Österreich. Sein Wirken in seiner Zeit. (= Forschungen zur geschichtlichen Landeskunde der Steiermark, 33), Graz 1982, S. 89-96.

Jaksch, Wilhelm; Fischer, Edith; Kroller, Franz: Österrreichischer Bibliotheksbau. 2 Bde. Graz 1992 und Wien 1986. [Artikel über die Steiermärkische Landesbibliothek befinden sich in Bd 1, S. 337-340, und in Bd 2, S. 230-231]

Kienreich, Alois: Der internationale Schriftentausch der Steiermärkischen Landesbibliothek in Graz. In: Nachrichten und Berichte des Landespressedienstes 9 (1977), S. 24-26.

Lambauer, Hannes: Der Leseverein am Joanneum. In: Grete Klingenstein (Hrsg.): Erzherzog Johann von Österreich. Beiträge zur Geschichte seiner Zeit. Graz 1982, S. 247-254.

Luschin von Ebengreuth, Arnold: Der Leseverein am Joanneum. In: 78. Jahresbericht des steiermärkisch-landschaftlichen Joanneums zu Graz über das Jahr 1889. Graz 1890, S. 3-14.

Raffler, Marlies: Zur Funktion und Bedeutung des Lesevereins am Joanneum (1819-1871). In: Historisches Jahrbuch der Stadt Graz 21/22 (1991), S. 25-46.

Rüpschl, Moritz: Von der Joanneumsbibliothek zur Landesbibliothek. Ein Rückblick. In: Blätter zur Geschichte und Heimatkunde der Alpenländer 2 (1911), S. 202-205.

Schütz, Julius Franz: Die Steiermärkische Landesbibliothek. In: Das Joanneum. Beiträge zur Naturkunde, Geschichte, Kunst und Wirtschaft des Ostalpenraumes 7 (1944), S. 40-48.

Stmk. Landesregierung und Kuratorium des Joanneums (Hrsg.): Steiermärkische Landesbibliothek am Joanneum. In: 4. Heft der Führer durch die Institute und Abteilungen des Joanneums in Graz. Graz, o.D.

Sutter, Berthold: Bibliothek Franz Graf Saurau. Ein Beitrag zur Geschichte der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum. In: Neue Chronik zur Geschichte und Volkskunde der innerösterreichischen Alpenländer 10. Beilage der Südost-Tagespost 14 (18. Jänner 1953), S. 3-4.

Unterkircher, Franz: Die Steiermärkische Landesbibliothek am Joanneum in Graz. In: Die Bibliotheken Österreichs in Vergangenheit und Gegenwart. (= Elemente des Buch- und Bibliothekswesens 7), Wiesbaden 1980, S. 71-72.

Zwiedinek-Südenhorst, Hans von: Die Steiermärkische Landes-Bibliothek am Joanneum in Graz. In ihrer geschichtlichen Entwicklung und neuen Einrichtungen aus Anlaß der Eröffnung des neuen Bibliotheksgebäudes am 26. November 1893 geschildert. In: 82. Jahresbericht des Steiermärkischen Landesmuseums Joanneum über das Jahr 1893. Graz 1894, S. 5-21. [Festrede des Landesbibliothekars]



9.     PUBLIKATIONEN ZU DEN BESTÄNDEN UND AUSSTELLUNGEN


Biblia illuminata. Die Heilige Schrift im Bildzeugnis von zwei Jahrhunderten. Katalog zur Faksimile-Ausstellung der Steiermärkischen Landesbibliothek. Bearb. von Johannes Rathofer unter Mitarbeit von Nikolaus und Johannes Wolters. Köln, Graz 1992.

Bibliothek Erzherzog Johanns. Auswahl. In: Erzherzog-Johann-Gedächtnis-Ausstellung. Graz 1959, S. 51-55.

Die steirischen Frühdrucke. Geschichte. Katalog der Ausstellung an der Steiermärkischen Landesbibliothek. Graz 1952.

Führer durch die Ausstellung „Das steirische Buch". Graz 1921.

Graff, Theodor (Hrsg.): Abendländische Bücherschätze. Faksimile-Ausgaben illuminierter Handschriften des 4.-16. Jhs aus den Beständen der Steiermärkischen Landesbibliothek. Katalog mit ungarischer Übersetzung zur Ausstellung an der Baranya Megyei Könyvtár (Komitatsbibliothek) in Pécs vom 4.-14. Mai 1993. Graz, Pécs 1993.

Graff, Theodor: Bibliographia Widmanstadiana. Die Druckwerke der Grazer Offizin Widmanstetter 158--1805. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek 22), Graz 1993 [verzeichnet die ca. 1500 Widmanstetterdrucke der LB]

Graff, Theodor: Grazer Jesuitenuniversität und landesfürstliche Dynastie. In: Historisches Jahrbuch der Stadt Graz 11/12 (1979/1980), S. 37-65.

Graff, Theodor: Grazer Theaterdrucke. Periochen und Textbücher (16.-18. Jahrhundert). In: Historisches Jahrbuch der Stadt Graz 15 (1984), S. 245-286.

Graff, Theodor: Hungarica. Drucke des 15.-18. Jahrhunderts zur ungarischen Geschichte aus der Steiermärkischen Landesbibliothek in Graz. Nyomtatványok a grázi Stájer-Tartom ny-könyvt rbol, a 15-18 századbeli magyar történelemböl. Steiermärkische Landesbibliothek Graz und Barany Megyei Könyvtar Pécs. Pécs 1992.

Graff, Theodor: Wien-Triester Eisenbahn. La ferrovia Vienna-Trieste. Graz, Triest 1991.

Hegenbarth, Hans: Die Styriaca-Abteilung der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum. In: Biblos 11 (1962), S. 140-143.

Keller, Juliane: Grazer Frühdrucke. 1559-1619. Katalog der steirischen Bestände. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek 12), Graz 1970.

Kostbarkeiten aus der Landesbibliothek. 180 Jahre Landesbibliothek. Katalog zur Sonderausstellung. Graz 1992.

Kostbare Neuerwerbungen 1955-1965. Graz 1965.

Kraus-Müller, Ulrike; Schuller, Anton Leopold: Peter Rosegger 1983. Werkkatalog und Bibliographie zur Gedächtnisausstellung. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek 20), Graz 1983.

Kroatische und steirische Kochbücher. (= Schriftenreihe des Steiermärkischen Landesmuseums Joanneum, Abteilung Schloß Stainz 2) Stainz 1989.

Lambauer, Hannes: 100 Jahre Esperanto-Literatur. 100 Jaroj de Esperanto-Literaturo. Graz 1987.

Lambauer, Hannes: Julius Franz Schütz. Daten zu Leben und Werk. Gedächtnisausstellung der Steiermärkischen Landesbibliothek. Graz 1989.

Steiermärkischen Landesbibliothek [Hrsg.]: Literatur in der Steiermark. (= Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek 15), Graz 1976 [Den größten Teil der Exponate des 16. bis 19. Jahrhunderts stellte die Landesbibliothek zur Verfügung.]

Menzel, Josef Joachim: Quellen und Literatur zur schlesischen Geschichte in der ehemaligen Bibliothek der Grafen Kottulinsky auf Neudau/Steiermark. In: Zeitschrift für Ostforschung 14 (1965), S. 465-484.

Neunteufl, Herta: Eleonora von Eggenberg und der Granatapfel. In: Blätter für Heimatkunde 51 (1977), S. 12-17 [zum an der Landesbibliothek verwahrten Exemplar des Granatapfels (Graz 1697), einem populärmedizinischen Sammelwerk mit Kochbuch]

Neunteufl, Herta: Das erste gedruckte Grazer Kochbuch. In: Biblos 23 (1974), S. 285-297.

Neunteufl, Herta: Das erste Grazer Kochbuch und die Entwicklung der österreichischen Küche. Vorstellung des ersten gedruckten Grazer Kochbuches von 1686 und zusammenfassender Vergleich zu Kochbüchern von heute. In: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 32 (1978), S. 81-114.

Neunteufl, Herta; Ritig-Beljak, Nives: Stajerske i hrvatske starogradske kuharice. Nacionalna i Sveucilisna Biblioteka [Alte steirische und kroatische Kochbücher]. Zagreb 1988.

Peter Rosegger. Ausstellung der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum. Graz 1943.

Rosegger-Ausstellung anläßlich des 90. Geburtstages des Dichters. Graz 1933.

Smola, Gertrud: Alte Kräuter-Bücher. Pflanzenbild und Heilkunde. Bestände aus steirischen Bibliotheken und Sammlungen. Graz 1972.

Unterkreuter, Robert: Theaterzettelsammlung der Landesbibliothek. In: Steirische Berichte 8 (1964) S. 69-70.

Zahn, Josef: Über ein Planetarium in Holztafeldruck. In: Serapeum 1 (1864) S. 1-8.



10.  FAKSIMILE-AUSGABEN AUS DEN BESTÄNDEN

Deyerlsperg, Georg Jakob von: Erbhuldigung der steirischen Landstände aus dem Jahre 1728. Graz 1728 (repr. Graz 1980). [Kommentar von Theodor Graff und Ulrike Müller; vollständige originalgetreue Wiedergabe des kaiserlichen Prunkexemplars aus dem Besitz der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum]

Gigler, Andreas: Gesangpostille von 1569 und 1574 mit Notenbeiband, gedruckt durch Andreas Franck in Graz. (repr. Graz 1950). [vollständige Faksimile-Ausgabe der Steiermärkischen Landesbibliothek]

Kaiser, Joseph Franz: Lithographierte Ansichten der Steyermärkischen Staedte, Maerkte und Schloesser. Graz 1824-1833 (repr. Graz 1982). [gesammelt und mit einem Nachwort versehen von Anton Leopold Schuller]

Ein Koch- und Artzney-Buch. Gedruckt zu Grätz bey denen Widmanstätterischen Erben. 1686. (repr. Graz 1992)

Vischer, Georg Mattheus: Topographia ducatus Stiriae. o. O. 1681 (repr. Graz 1976, 2 Bde). [mit Nachwort von Anton Leopold Schuller. 2. verb. Aufl.]

Wonsiedler, A. J.: Grätzer Taschenbuch für das Jahr 1829. Graz o. J. (repr. Wien 1991). [mit Einführung von Hannes Lambauer]





Fußnoten:
 
1 Bereits in den 1.Statuten des Joanneums vom 1.12.1811 heißt es „Die zu dem Musäum gehörige Büchersammlung soll die Hauptwerke, die nothwendigen Hilfsbücher aus diesen Fächern, und die einschlägigen Journale des In- und Auslandes, endlich alles Namenswerthe, was über Innerösterreich oder von Innerösterreichern geschrieben worden ist, umfassen. (Innerösterreich umfasste Steiermark, Kärnten und Krain)

2 Statut der Steiermärkischen Landesbibliothek vom 26.2.2015: http://www.landesbibliothek.steiermark.at/cms/beitrag/12242275/118959910, Stand 13.2.2017

3 Göth, Georg: Das Joanneum in Gratz, geschichtlich dargestellt zur Erinnerung an seine Gründung vor 50 Jahren. Gratz: Leykam 1861, S. 2 ff.

4 Hegenbarth, Hans: Aus den Anfängen der Steiermärkischen Landesbibliothek. In: Forschungen zur geschichtlichen Kunde der Steiermark.Bd. 33, Graz: Histor. Landeskomm. für Stmk. 1982, S. 91.

5 Hegenbarth, Hans: Die Styriaca-Abteilung der Steiermärkischen Landesbibliothek am Joanneum. In: Biblos-Sonderheft Steiermark; Jg. 11, H 3, S. 141.

6 Luschin von Ebengreuth, Arnold: Das Joanneum, dessen Gründung, Entwicklung und Ausbau zum Landesmuseum (1811 - 1911). In: Das steiermärkische Landesmuseum Joanneum und seine Sammlungen. Graz 1911, S. 74 f.

7 Schütz, Julius Franz: Steiermärkische Landesbibliothek am Joanneum, 4. Heft der Führer durch die Institute und Abteilungen des Joanneums in Graz, Herausgegeben von der Steierm. Landesregierung und vom Kuratorium des Joanneums, Graz 1948, S. 7f.

8 Schütz, S. 8.

9 Joanneumsviertel, Ein neuer Kulturbezirk entsteht, in Auftrag gegeben von LIG Steiermark, Graz [2009], S. 4f.

10 Vgl. Hegenbarth, Hans: Die Steiermärkische Landesbibliothek, Arbeiten aus der Steiermärkischen Landesbibliothek, Band 17, Graz 1980, S. 6.

11 Döllinger, Katharina: Das Pflichtexemplar in Österreich - ein Abriss der Vergangenheit und ein Ausblick in die Zukunft. Dipl.-Arbeit des Fachhochschul-Studiengangs Informationsberufe, Eisenstadt 2006, S.30.

12 Luschin von Ebengreuth, Arnold: Das Joanneum, dessen Gründung, Entwicklung und Ausbau zum Landesmuseum (1811-1911). In: Das steiermärkische Landesmuseum Joanneum und seine Sammlungen. Graz 1911, S.77.

13 Endabrechnung des Obersekretärs Sartori von Ehrenpichl, Punkt 7, vom 2.Februar 1735, Sch.50/II/14.

14 Emil Kümmel: Kunst und Künstler in ihrer Förderung durch die steirische Landschaft vom 16. bis zum 18.Jh., Graz: 1879, S. 34.



Verfasst von Michael Sittinger unter der Mitarbeit aller Bediensteten der Steiermärkischen Landesbibliothek. 

Joanneumsgarten © Steiermärkische Landesbibliothek
Joanneumsgarten
© Steiermärkische Landesbibliothek
Lesliehof © Steiermärkische Landesbibliothek
Lesliehof
© Steiermärkische Landesbibliothek
Außenansicht vor 1911 © Steiermärkische Landesbibliothek
Außenansicht vor 1911
© Steiermärkische Landesbibliothek
Lesesaal vor 1911 © Steiermärkische Landesbibliothek
Lesesaal vor 1911
© Steiermärkische Landesbibliothek
Lesesaal vor der Renovierung 2009 © Steiermärkische Landesbibliothek
Lesesaal vor der Renovierung 2009
© Steiermärkische Landesbibliothek
Lesesaal nach der Wiedereröffnung 2012 © Steiermärkische Landesbibliothek
Lesesaal nach der Wiedereröffnung 2012
© Steiermärkische Landesbibliothek
Kinder- und Jugendbibliothek © Steiermärkische Landesbibliothek
Kinder- und Jugendbibliothek
© Steiermärkische Landesbibliothek
Zeitschriftenlesesaal © Steiermärkische Landesbibliothek
Zeitschriftenlesesaal
© Steiermärkische Landesbibliothek
BenutzerInnen-Bereich © Steiermärkische Landesbibliothek
BenutzerInnen-Bereich
© Steiermärkische Landesbibliothek
Magazin © Steiermärkische Landesbibliothek
Magazin
© Steiermärkische Landesbibliothek
War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).